Anleihen etwas leichter
Aktien knapp behauptet

Die deutschen Aktien haben sich am Donnerstag Mittag knapp behauptet. Der Dax legte um 0,53 Prozent zu und konnte mit 4 830 Zählern die 4 800 Punkte-Marke wieder durchbrechen.

vwd FRANKFUR. Für die Verminderung der Verluste machten Händler zwei Gründe aus. Zum einen sei der Auftragseingang in Deutschland im Dezember wesentlich stärker gestiegen als prognostiziert. Und außerdem widersetzen sich die deutschen Technologiewerte den negativen US-Vorgaben. "Da wurde viel vorweggenommen, daher gibt es jetzt keinen Druck mehr", hieß es. Charttechnisch ist die Marke von 4 800 Punkten beim Dax sehr wichtig. Ein Schlussstand oberhalb der Marke eröffne Spielraum bis hin zu 4 870 Stellen, Stände darunter hingegen brächten die Gefahr mit sich, dass der Index bis auf 4 690 Zählern abrutsche.

Nach dem "großen Impact" der Daimler-Chrysler -Zahlen am Vortag stand auch der Donnerstag im Zeichen von Geschäftszahlen. Erwartet werden noch die Zahlen zum Geschäftsjahr 2001 der Allianz . Nach Ansicht von Händlern werden diese Daten wesentlich mit über die weitere Tendenz beim Dax am Nachmittag entscheiden. "Trotz ganz freundlicher Konjunkturdaten haben die Unternehmen bisher enttäuscht", hieß es weiter. Ein Bericht des "Handelsblatt", dass vor allem Versicherer Geld aus der Vermögensverwaltung abziehen, belastet laut Teilnehmern derzeit nicht, Allianz notieren mit 1,5 % im Plus bei 238,01 Euro.

Adidas-Salomon und Celanese haben ihre Zahlen bereits veröffentlicht, wobei Adidas-Salomon "in line" lagen. Der Kurs steigt um 0,2 % auf 77,99 Euro. Als "einfach mies" bezeichneten Händler hingegen die Zahlen von Celanese. Der Umsatz sei leicht unter den Erwartungen geblieben, während das Nettoergebnis deutlich schlechter war, hieß es. "Da gibt es wirklich nichts, was erfreulich aussieht", so ein Händler. Für den Kurs hat das katastrophale Folgen: Der Absturz beträgt aktuell 12,6 % auf 18,80 Euro.

Analyst Dennis Nacken von der Helaba beurteilt die vorgelegten Zahlen für das Jahr 2001 von Celanese als "insgesamt enttäuschend". Während die Zahlen auf operativer Basis nicht "so schlecht" gewesen seien, und das Ebitda sogar leicht über seinen Prognosen gelegen habe, hätten die sehr hohen außerordentlichen Abschreibungen mit 530 Mill. Euro die Anleger enttäuscht. Auch dass für 2001 keine Dividende gezahlt werde, habe "den einen oder anderen wohl böse überrascht", sagte der Analyst. Zudem wurde das Programm zum Aktienrückkauf ausgesetzt und auch der Ausblick sei "sehr verhalten" gewesen. Für das Gesamtjahr erwartet Nacken keine Dynamik.

Die Geschäftzahlen von mg Technologies bewerteten Händler ebenfalls als schwach. Die Daten lägen am unteren Ende der Erwartungen und der Ausblick sei nicht berauschend. Die Aktien sinken um 5,6 % auf 10,53 Euro.

Die Deutsche Telekom hofft auf ein Einsehen des Bundeskartellamtes beim Liberty-Kabeldeal. "Das ist nur Beschwörung, aber es gibt keinen wirklichen Grund, warum das Kartellamt sich anders entscheiden sollte", hieß es. Die Telekom erwartet nach eigenen Angaben, dass das Bundeskartellamt den Verkauf des größten Teils ihres Fernsehkabelnetzes an den US-Konzern Liberty Media doch noch genehmigt. Wichtiger sei die allgemeine Schwäche der Telekomwerte in Europa und die charttechnisch angeschlagene Situation der T-Aktie. Nachdem die Unterstützung bei 16 Euro nicht gehalten habe, gebe es Abwärtspotenzial bis zum 52-Wochen-Tief bei 14,50 Euro. Der Kurs fällt um 0,7 % auf 15,19 Euro.

RWE

profitierten von einer Empfehlung durch die Analysten von CSFB, während die Automobilwerte nach wie vor unter Druck standen. Der "Daimler-Chrysler-Schock" sitzt tief und wirkt auch am Donnerstag weiter fort. "Die Autowerte stehen zur Zeit unter Generalverdacht, kein Geld zu verdienen" hieß es dazu. Nach den starken Abgaben vom Vortag ging es bei Daimler-Chrysler weiter bergab, aber auch VW und BMW verloren. Daimler-Chrysler sanken um 1,7 % auf 42,10 Euro, VW um 1,3 % auf 51,67 Euro und BMW um 1,5 % auf 39,57 Euro.



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