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Annan besucht Krisenregion DarfurDPA-Datum: 2004-07-01 15:35:58

Khartum/Kairo (dpa) - Nach US-Außenminister Colin Powell ist am Donnerstag auch UN-Generalsekretär Kofi Annan in die westsudanesische Krisenregion Darfur gereist. Annan, den Vertreter von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen begleiteten, besuchte ein Lager von Vertriebenen in El Faschir.

Khartum/Kairo (dpa) - Nach US-Außenminister Colin Powell ist am Donnerstag auch UN-Generalsekretär Kofi Annan in die westsudanesische Krisenregion Darfur gereist. Annan, den Vertreter von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen begleiteten, besuchte ein Lager von Vertriebenen in El Faschir.

Später wollte sich der UN-Generalsekretär noch ein Bild von der Situation in den Flüchtlingslagern im Nachbarland Tschad machen, in denen rund 100 000 der vertriebenen Einwohner von Dafur Zuflucht gefunden haben. Wie die sudanesische Nachrichtenagentur SUNA berichtete, soll er am Freitag in Khartum Präsident Omar el Baschir treffen. Wie vor ihm bereits Powell, so forderte auch Annan die sudanesische Führung auf, gegen die für die Vertreibung verantwortlichen arabischen Janjawid- Milizen vorzugehen.

Annan will auch einen besseren Zugang für Hilfsorganisationen durchsetzen. Die Regierung dankte den Vereinten Nationen für die humanitäre Hilfe und kündigte an, mehr Soldaten in das Gebiet zu schicken, um die Zivilisten zu schützen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International forderte, die Schuldigen für Mord und Vertreibung müssten zur Rechenschaft gezogen werden. «Die von den Janjawid-Milizen, die von der Regierung unterstützt werden, begangenen Vergewaltigungen und Morde sind Kriegsverbrechen», hieß es in einer Erklärung der Organisation. Das Deutsche Rote Kreuz rief zu Spenden für seine Gesundheitsstation in El Faschir auf. In der Kinderstation des örtlichen Krankenhauses herrschten schlimme Zustände, sagte der Kinderarzt Joachim Gardemann in El Faschir. «Täglich sterben die schwächsten Kinder».

Am Mittwoch hatte die Regierung in Khartum auf Druck der USA und der Vereinten Nationen Maßnahmen zur Beilegung der Krise in Darfur angekündigt. Dazu soll auch die Entwaffnung der arabischen Janjawid- Miliz gehören. Kommende Woche soll der UN-Sicherheitsrat über eine von den USA eingebrachte Resolution entscheiden. Darin sind zwar zunächst keine Sanktionen vorgesehen. Im Text heißt es aber, der Sicherheitsrat solle sich nach 30 Tagen erneut mit Darfur befassen und «Sanktionen gegen Einzelpersonen und Gruppen, die für die Brutalität in Darfur verantwortlich sind», in Erwägung ziehen.

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