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Annan sieht UN-Mission im Irak bedrohtDPA-Datum: 2004-07-21 21:13:04

New York/Bagdad (dpa) - Die angekündigte Hilfe der Vereinten Nationen für die geplanten Wahlen im Irak droht zu scheitern, weil die Weltgemeinschaft nicht genügend Sicherheitskräfte zur Verfügung stellen will.

New York/Bagdad (dpa) - Die angekündigte Hilfe der Vereinten Nationen für die geplanten Wahlen im Irak droht zu scheitern, weil die Weltgemeinschaft nicht genügend Sicherheitskräfte zur Verfügung stellen will.

«Bisher haben erst drei bis vier Länder ein gewisses Interesse bekundet», sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch in New York. Ohne ausreichende Schutztruppe aber seien die UN nicht bereit, eine größere Anzahl von Mitarbeitern zur Vorbereitung der Wahlen in den Irak zu entsenden, stellte Annan klar. Aber selbst diese Länder hätten die Zahl der Soldaten begrenzt und Bedingungen an ihre Bereitstellung geknüpft, bedauerte Annan.

Im Irak wurden unterdessen erneut sechs Ausländer verschleppt. Die Geiselnehmer der Lastwagenfahrer fordern den Abzug des kuwaitischen Unternehmens, für das die Männer im Irak arbeiten. Der arabische Nachrichtensender El Arabija zeigte ein Video der bisher unbekannten Gruppe «Träger des Schwarzen Banners», die androhte, die Geiseln - drei Inder, zwei Kenianer und ein Ägypter - in Abständen von 72 Stunden zu enthaupten, sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden.

Um einem Eindringen von Terroristen in den Irak und dem Waffenschmuggel entgegen zu wirken, stimmten die Nachbarstaaten am Mittwoch während eines Außenministertreffens in Kairo einem von Bagdad geforderten Austausch von Geheimdienstinformationen zu. In einer Abschlusserklärung des Kairoer Treffens wurde ein «baldiges» Treffen der Innenminister Iraks, der Türkei, Ägyptens, Irans, Syriens, Jordaniens, Kuwaits und Saudi-Arabiens angekündigt. Der irakische Außenminister Hoschiar Sibari hatte zurvor verlangt, vor allem müssten die Nachbarn bei der Sicherung der gemeinsamen Grenzen aktiver werden. Bagdad wirft vor allem Syrien und Iran vor, sie verhinderten nicht das Eindringen von Terroristen in den Irak.

Im Irak kamen bei Kämpfen mit Aufständischen und Anschlägen rund ein Dutzend Menschen ums Leben. Bei der Explosion einer Autobombe in Bagdad starben nach Angaben der irakischen Polizei vier Menschen. Bei einem Raketenangriff auf ein Gesundheitszentrum der Stadt wurden nach Krankenhausangaben zwei Menschen getötet und fünf verletzt. Möglicherweise galt der Angriff dem Italienischen Roten Kreuz, das in dem Gebäude eine Krankenstation betreibt.

In der Stadt Mussajab südlich von Bagdad erschossen unbekannte Täter den stellvertretenden Direktor einer Zementfabrik. Ein Kraftwerk der Stadt wurde mit Mörsergranaten beschossen.

Bei heftigen Gefechten zwischen Irakern und US-Soldaten in der nordirakischen Stadt Samarra kamen nach US-Militärangaben sieben Aufständische ums Leben. Die Polizei sprach von fünf Toten und 18 Verletzten. Ein US-Soldat starb 60 Kilometer nördlich von Bagdad, als ein Sprengsatz neben seinem Schützenpanzer explodierte. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden, bestätigte das US-Militär.

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