Annan warnt vor Folgen der Globalisierung

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Annan warnt vor Folgen der Globalisierung

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (Uno), Kofi Annan, hat zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums vor den negativen Folgen der Globalisierung auf die Weltwirtschaft gewart.

rtr/ap NEW YORK/PORTO ALEGRE. "Die unbequeme Wahrheit ist, dass die Märkte den Erfolg am höchsten einstufen und dazu neigen, die Armen allein für die Tatsache zu bestrafen, dass sie arm sind", sagte Annan am Montag in New York.

Er mahnte Investitionen in Entwicklungsländern an und forderte eine Verdopplung der Hilfszahlungen reicher Staaten auf 100 Milliarden Dollar (rund 115 Milliarden Euro). Annan forderte, die Industrienationen müssten ihre subventionierten Agrarmärkte für Entwicklungsländer öffnen.

Der Vorsitzende der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, sagte zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums, es bestehe ein breiter Konsens, dass es sich kein Unternehmen leisten könne, gegenüber den Menschenrechten und sozialen Fragen gleichgültig zu sein. Dies seien die Unternehmen allein schon ihrem guten Ruf schuldig.

Bei den Beratungen der rund 2 700 in New York versammelten Manager, Politiker und Wissenschaftler war mehrfach Kritik an der Handelspolitik der USA und Europas laut geworden. Mit nicht mehr zeitgemäßen Zollbarrieren und Subventionen zum Schutz der heimischen Industrie erschwerten es die USA den armen Staaten, an den Vorteilen der Globalisierung des Handels teilzuhaben, hieß es.

Die Proteste am Rande des Weltwirtschaftsforums verliefen weitgehend friedlich. An der großen Demonstration beteiligten sich am Samstag 7 000 Menschen. An allen fünf Tagen wurden insgesamt 201 Personen vorübergehend festgenommen. Im nächsten Jahr soll das Weltwirtschaftsforum wieder wie bisher in Davos stattfinden.

Weltsozialforum protestiert gegen Freihandelszone

Mit einem Protestmarsch gegen die geplante Freihandelszone in Nord- und Südamerika ging am Montag auch die Gegenveranstaltung des Weltsozialforums in Brasilien zu Ende. Tausende Demonstranten zogen durch Porto Alegre und verurteilten die Freihandelszone als Teil von Dominanzbestrebungen der USA.

Die rund 50 000 Teilnehmer des Forums kritisierten die hohen Militärausgaben besonders in den USA. Die weltweiten Rüstungsausgaben von 800 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr hätten die gesamte Auslandsverschuldung von Lateinamerika übertroffen, kritisierte das Weltsozialforum.

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