Anonymer Hinweis deckt Komplott auf
Doping-Skandal erschüttert US-Leichtatlethik

Die Sportszene steht zehn Monate vor den Olympischen Spielen in Athen vor einem Skandal bisher ungeahnten Ausmaßes. Die amerikanische Anti-Doping-Agentur USADA hat mehrere US-Topathleten der Einnahme eines hochentwickleten Designer-Stereoids überführt. Der Skandal könnte sogar noch weitere Kreise ziehen.

HB COLORADO SPRINGS. Mehreren Topathleten sei in der A-Probe die Einnahme des Steroids Tetrahydrogestrinone (THG) nachgewiesen worden, teilte die in Colorado Springs ansässige amerikanische Anti-Doping-Agentur (USADA) am Donnerstag (Ortszeit) mit. Eine genaue Anzahl und die Namen der betroffenen Sportler wurden nicht genannt. Das geschehe frühestens im Dezember nach der Untersuchung der B-Proben, sagte USADA-Direktor Terry Madden. Sollten sich die Befunde der A-Probe bestätigen, würde das eine zweijährige Sperre und damit die Nichtteilnahme an den Olympischen Spielen in Athen zur Folge haben.

"Ich kenne keinen Dopingfall, in den mehr Athleten involviert waren als in diesen. Wir glauben sogar fest daran, dass auch internationale Sportler darin verwickelt sind", sagte Madden. Das Ganze sei vom Umfang her nicht mehr mit den positiven Testresultaten in Folge verunreinigter Nahrungsergänzungsmittel zu vergleichen. "Das ist absichtlicher Betrug der schlimmsten Art. Das Ausmaß stellt sich als eine Verschwörung von Chemikern, Trainer und Sportlern dar, die glaubten, mit einem nicht nachweisbaren Designer-Steroid die Mitkonkurrenten, die Amerikaner und die Weltöffentlichkeit betrügen zu können." Auf das Komplott sei USADA durch einen anonymen Hinweis aufmerksam geworden.

Bei dem Informanten handele es sich um einen renommierten Leichtathletik-Trainer. Er habe USADA Anfang Juni angerufen und behauptet, dass bestimmte US- und internationale Leichtathleten ein Steroid verwenden, dass noch nicht nachgewiesen werden könne. Der Informant sandte der Anti-Doping-Agentur später eine Spritze, die diese Dopingsubstanz enthielt, berichtete Madden. Daraufhin seien während der nationalen Meisterschaften im Juni im kalifornischen Stanford 350 und außerhalb der Wettkämpfe weitere 100 Dopingproben genommen worden. Bei Letzteren handelte es sich aber nicht nur um Leichtathleten.

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