Anpassung an veränderte Marktbedingungen
Pirelli sichert Olivetti-Übernahme ab

Der italienische Mischkonzern Pirelli hat mit einem komplexen Finanzierungsgeschäft die Übernahme der Telecom Italia abgesichert.

Reuters MAILAND. Banken und die Investment-Gruppe Bell, die an dem Mutterkonzern von Telecom Italia, Olivetti, 23 % hält, stellten bis zu zwei Mrd. Euro zur Verfügung, teilte Pirelli am Mittwoch in Mailand mit. Die Reifen-, Kabel und Telekomholding hatte die Kaufvereinbarung vom Juli an die nach den Anschlägen in den USA veränderten Marktbedingungen anpassen wollen.

Pirelli teilte mit, Bell werde ihren Olivetti-Anteil zu dem im Juli festgesetzten Preis von 4,175 Euro je Aktie an Pirelli und die Edizione-Holding der Benetton-Familie verkaufen. Zugleich verpflichte sich Bell aber, Anleihen mit sechs Jahren Laufzeit für zwei Billionen Lire mit einem festen Zins von 1,5 % pro Jahr zu kaufen. Ferner gäben die Banken Monte Paschi und Antonveneta ein Darlehen mit sechsjähriger Laufzeit von insgesamt bis zu zwei Billionen Lire. Die Anleihen müssen in Olivetti-Aktien umgewandelt werden, was auf den niedrigeren Preis von 3,92 Euro je Aktie hinausläuft.

In Finanzkreisen hieß es, Pirelli realisiere nun letztlich einen zehnprozentigen Nachlass bei der Olivetti-Übernahme, was etwa 750 Mill. Euro entspreche.

Die Olivetti-Übernahme durch die von Pirelli kontrollierte Olympia-Holding muss noch von der Europäischen Kommission genehmigt werden, die dafür bis zum 27. September Zeit hat.

Die Pirelli-Aktie notierte am Nachmittag zwei Prozent im Minus bei 1,64 Euro, Olivetti bei 1,02 Euro 3,5 % im Plus. Zu Telecom Italia gehören auch die Mobilfunktochter TIM und die Multimediatochter Seat Pagine Gialle.

Analysten bewerteten die Erklärung vom Mittwoch positiv. "Es ist keine vollständige Rückkehr zur Normalität, aber es ist ein erster Schritt in diese Richtung", sagte Robert Grindle von Dresdner Kleinwort Wasserstein in London.

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