Ansätze einer Erholung der Konjunktur stimmt optimistisch: Fondsmanager: Euro-Zone attraktiver als USA

Ansätze einer Erholung der Konjunktur stimmt optimistisch
Fondsmanager: Euro-Zone attraktiver als USA

Der Zusammenbruch des US-Energiehändlers Enron, der seit zwei Jahren anhaltende "Bärenmarkt" und die historisch niedrigen Zinsen haben nach Angaben von Portfoliomanagern zwar die Investmentfonds skeptischer, aber nicht zurückhaltender bei ihren amerikanischen Engagements werden lassen.

Reuters FRANKFRUT. "Die Reihe der Unternehmenspleiten bekannter Firmen wie Enron und Kmart hat zwar kurzzeitig verunsichert, Mittelabflüsse sind deshalb nicht verzeichnet worden", sagte Thomas Richter, Pressesprecher der Fondsgesellschaft DWS. Enrons Bilanzierungspraktiken seien ein Thema strafrechtlicher Relevanz und hätten daher keinen Einfluss auf die Anlageentscheidungen der Fondsmanager. Stattdessen orientierten sich die professionellen Investoren an übergeordneten Themen wie dem Konjunkturverlauf, sagte Richter.

Die jüngst veröffentlichten Konjunkturdaten deuteten auf eine Belebung des Konjunkturzyklus, hieß es bei den Portfoliomanagern. Auch die EZB erwartet eine konjunkturelle Erholung der Euro-Zone in der zweiten Hälfte 2002. Die aktuelle Serie der Unternehmenskonkurse in den USA wird von den Fondsmanagern als Zeichen der Bodenbildung gedeutet.

"Unternehmenspleiten sind ein spätzyklisches Phänomen", sagte Felix Adrian, Aktienstratege der Commerz Asset Managers. Viele der US-Unternehmen, insbesondere die der Hochtechnologiebranche, hätten sich "in den guten Zeiten" hoch verschuldet in der Zuversicht, dass die steigenden Unternehmensgewinne die Zins- und Schuldentilgung leicht bezahlbar machten. Doch die deutliche Wirtschaftsabschwächung in den Vereinigten Staaten mit den gewaltigen Sparmaßnahmen verschiedener Konzerne enttäuschten die Erwartungen und treibe nun einige Firmen in den Konkurs. Dies sei die logische Folge des Liquiditätsengpasses, hieß es auch bei der Deutschen Bank.

Die Ansätze einer Erholung der Konjunktur stimmen die Fondsmanager optimistisch, dass mit der wirtschaftlichen Erholung auch die Unternehmensgewinne steigen werden und in damit die Aktienkurse. Dabei werden nach der Ländergewichtung die Aussichten für die Euro-Zone von den Analysten positiver als die der US-Aktien bewertet. "US-Aktien bleiben in unserem Musterdepot untergewichtet", fügte Adrian von Commerz Asset Management hinzu.

Die aktuell günstigere Bewertung der europäischen Aktien im Vergleich zu US-Titeln mache die Anlage in der Euro-Zone attraktiv. Außerdem verhalte sich der europäische Aktienmarkt im Vergleich zu den US-Titeln volatiler, was in Zeiten eines Aufschwunges die bessere Wertentwicklung des schwankungsbreiteren Eurostoxx-Indexes bedeute, hieß es weiter. Außerdem könne sich die anhaltende Stärke des Dollars in Kürze umkehren, sagte Morgan-Stanley-Stratege Robert Pelosky.

In der Branchengewichtung seien zyklische Werte weiterhin attraktiv, sagte Adrian. Allerdings müsse sich der Anleger mit der beginnenden Konjunkturerholung auf eine schnelle und heftige Branchenrotation einstellen, die deutliche Gewinnmitnahmen in den dividendenstarken Titeln mit sich bringen werde, während Hochtechnologiewerte dann wieder gesucht würden, sagten die Fondsmanager.

Einstimmig äußerten die Strategen ihre Einschätzung, dass die aus den späten 90er Jahren bekannte Goldgräberstimmung kaum einen der Investoren erfassen wird. Die Erholung der Aktienmärkte wird ein vergleichweise zäher Prozess werden, prognostizierte Pelosky.

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