Ansätze für mehr Wettbewerb im Strommarkt
Strombörsen brauchen mehr Teilnehmer

Im Energiemarkt Deutschland herrscht freier Wettbewerb: Stromverbraucher können ihren Versorger frei wählen, diese Chance nehmen aber zuwenig Verbraucher wahr. Auf der Energiemesse E-world of energy in Essen haben die Strombörse Leipziger Power Exchange, der Stromhändler Nordic Powerhouse und andere angekündigt, einen leichteren Marktzugang zu schaffen.

HB ESSEN. Die Strombörse Leipziger Power Exchange (LPX) will die Zahl der am Strommarkt handelnden Unternehmen stark vergrößern. Von derzeit 44 Teilnehmern soll die Zahl der Stromhändler bis Ende des Jahres auf 75 steigen. "Langfristig ist sogar eine Zahl von 200 Stromtradern möglich", sagt Dr. Carlhans Uhle, Geschäftsführer der LPX. Dazu hat die erste deutsche Strombörse ein Broker-Konzept entwickelt. Zusätzlich erhöhte sie die Zahl der möglichen getrennt abgegebenen Gebote eines Anbieters an der Spotmarktauktion (allein der Strombedarf des folgenden Tages wird gehandelt).

Neben den "zugelassenen Brokern" werden nach dem Broker-Konzept demnächst auch "anerkannte Broker" (LPX-Broker) zugelassen. Das können Unternehmen sein, die Geschäfte für Dritte abwickeln, ohne selbst Börsenteilnehmer zu sein. Der LPX-Broker ist Gebotsübermittler und Koordinator von Sicherheiten. Rechtlicher Counterpartner (Börsenteilnehmer) und Zahlungspflichtiger ist allein der Kunde des Brokers.

Grundsätzlich kann sich jedes Unternehmen als Börsenteilnehmer anmelden. Kleinen und mittleren Unternehmen, also solchen mit einem Jahresstrombedarf unter 250 GWh, soll der Einstieg jetzt erleichtert werden. Ihre Gebote müssen diese Unternehmen allerdings über einen LPX-Broker platzieren.

Nordic Powerhouse bietet einfachen Zugang zur Strombörse

Einen anderen Weg für mehr Wettbewerb im Strommarkt wählt die Nordic Powerhouse. Das neugegründete Unternehmen übernimmt die Aufgabe des Stromhändlers und Service-Unternehmens für die HEW-Vattenfall-Gruppe in Deutschland und den Niederlanden. "Die Energiehandel-Services sind im Aufbau begriffen. Auf der einen Seite die rasante Entwicklung des Großhandelsmarktes - auf der anderen Seite die traditionellen Beschaffungsstrukturen: In diesem Spannungsfeld sehen wir uns in einer Mittlerposition", sagt der designierte Geschäftsführer Klaus Scheele. An dem Unternehmen sind zu je 50% die Hamburgische Electricitäts-Werke AG (HEW) und die schwedische Vattenfall-Gruppe beteiligt. Die Zustimmung der EU-Kartellbehörde wird Anfang März erwartet.

Als besonderen Service bietet der Stromhändler seinen Kunden über das Internetportal clickandtrade.de einen Zugang zur Leipziger Strombörse. Der Kunde spart die zeitaufwendige und teure Zulassung an der Strombörse und kann auf einfache Weise seinen Strombedarf selbst handeln. Ansprechen möchte die Nordic Powerhouse damit vor allem Stadtwerke und Industriezweige mit hohem Energieverbrauch.

E-world of energy: Energiemesse in Essen

Die Messe E-world of energy ist zumindest in Deutschland die größte Plattform für Stromerzeuger, Stromhändler, Dienstleister und Netzbetreiber. In diesem Jahr nehmen 225 Aussteller aus 11 Ländern teil. Die Messe läuft noch bis zum 15. Februar.
Neben der Ausstellung informieren Fachveranstaltungen über Themen wie beispielsweise Stromhandel, Marketing und Vertrieb, Erneuerbare Energien, Gashandel und E-Business.

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