Anschläge auf Bali
Ermittler suchen nach Hinweisen

Ermittler haben am Dienstag weiter nach Hinweisen auf die Verantwortlichen für die Anschläge auf die Ferieninsel Bali gesucht, hinter denen die USA und Indonesien die Extremistengruppe El Kaida vermuten.

Reuters BALI. Mehr als 180 Menschen, die meisten davon ausländische Touristen, wurden bei den Bombenanschlägen vor zwei Nachtlokalen in der Nacht zu Sonntag getötet, darunter eine Deutsche. Indonesische und australische Behörden erklärten, es werde schwierig sein, die schwer verbrannten Leichen zu identifizieren. Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte die Anschläge einstimmig. Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff, sprach mit Blick auf die Anschläge von einer Terror-Steuer für die Weltwirtschaft.

Ermittler der US-Bundespolizei FBI untersuchten gemeinsam mit Ermittlern aus Australien und Indonesien die Anschläge auf die beiden Nachtclubs in Kula Beach, ein beliebtes Ferienziel für Australier. Die Polizei teilte mit, sie habe Namen von Personen, die in Verbindung zu den Anschlägen stünden. Einzelheiten teilte die Polizei nicht mit. Aus US-Geheimdiensten verlautete, die Anschläge auf Bali seien von einer hoch entwickelten Terror-Organisation verübt worden, wie es nur wenige gebe. In der Region gebe es zum Beispiel die radikal-islamische Jemaah Islamiah, die in Verbindung mit El Kaida stehe.

Die El-Kaida-Organisation des Moslemextremisten Osama bin Laden wird auch für die Anschläge am 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht, bei denen mehr als 3000 Menschen starben.

Nach australischen Behördenangaben wurden bislang 40 Tote, davon 22 Australier identifiziert. Rund 160 Australier würden noch vermisst. "Es wird ein langer und harter Prozess werden", sagte ein Sprecher der australischen Botschaft zur Identifizierung der Toten. Aus indonesischen Regierungskreisen verlautete, die Leichen müssten über Zähne und DNA identifiziert werden. Mehr als 300 Menschen wurden Behördenangaben zufolge verletzt. Unter den Opfern seien viele Ausländer, darunter Bürger aus Singapur und den USA sowie, Briten, Schweden, Schweizer und Niederländer.

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution verurteilte der UNO-Sicherheitsrat am Montagabend "aufs Schärfste" die Bombenanschläge auf Bali sowie die jüngsten Anschläge in anderen Ländern. Solche Angriffe seien "eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit". Indonesien müsse dabei unterstützt werden, "die Täter, Organisatoren und Geldgeber der terroristischen Angriffe" auf die beiden Nachtclubs in Kuta Beach vor Gericht zu stellen.

"Ich glaube, wir müssen davon ausgehen, dass es El Kaida ist", sagte US-Präsident George W. Bush in Washington. Seiner Meinung nach passten die Bombenexplosionen auf Bali ins Muster der Angriffe auf einen französischen Öltanker vor der jemenitischen Küste und US-Soldaten in Kuwait. "Ich glaube, dass der Angriff auf das französische Schiff mit dieser Art von Terror in Verbindung steht, dass sie zusammenhängen. Ich glaube, dass der Angriff auf unsere Marineinfanteristen in Kuwait den internationalen Charakter dieser Zellen widerspiegelt, dieser Killerzellen."

Der indonesische Verteidigungsminister Matori Abdul Djalil sagte: "Ich scheue mich nicht auszusprechen, obwohl viele sich das zu sagen geweigert haben, dass in Indonesien ein El-Kaida-Netz existiert." Er fügte hinzu: "Ich bin überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen El Kaida und einheimischen Terroristen gibt."

IWF-Chefvolkswirt Rogoff sagte durch Anschläge wie jene auf Bali oder auf die USA vom 11. September stiegen Kosten bei Versicherungen sowie für Sicherheit und Schutzmaßnahmen. Man könne glauben, es gebe eine Terror-Steuer für die Weltwirtschaft, sagte Rogoff. Die Anschläge auf Bali hätten der asiatischen Wirtschaft einen Schlag versetzt, doch sei noch nicht zu beurteilen, wie ernst dieser sei.

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