Anschläge überschatteten Leitzinsberatung
EZB lässt Leitzinsen unverändert

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat alle drei Leitzinssätze für den Euroraum unverändert belassen. Dies teilte die Europäische Zentralbank nach der Sitzung des Zentralbankrates am Donnerstag in Frankfurt mit.

Reuters/dpa-afx FRANKFURT. Der von der EZB gesteuerte Hauptrefinanzierungssatz bleibt damit bei unverändert 4,25 %. Dies ist der wichtigste Zinssatz zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Notenbank-Geld. Der Zins für die Spitzenrefinanzierung beträgt 5,25 % und der Satz für kurzfristige Einlagen bei der EZB 3,25 %.

Die Sitzung des Zentralbankrates der EZB in Frankfurt am Main, bei der über die Leitzinsen in der Euro-Zone beraten wurde, war von den Terroranschlägen in den USA überschattet worden. Wegen des Einflusses der Attentates auf die Weltwirtschaft hatten Experten im Vorfeld der Sitzung eine baldige Zinssenkung der Währungshüter gefordert.

Die EZB hat die Leitzinsen im laufenden Jahr bisher zweimal um insgesamt 0,50 Prozentpunkte gesenkt. Zuletzt hatte die EZB Ende August alle drei Leitzinsen um je 0,25 Prozentpunkte reduziert.

EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte am Dienstag lang anhaltende Auswirkungen auf die Wirtschaft ebenfalls nicht ausgeschlossen. Eine Rezession in Europa drohe aber nicht, betonte er. Er sprach sich im Vorfeld der Zinssenkung allerdings gegen zu schnelle Zinssenkungen aus. "Voreilige Bewegungen" durch die Europäische Zentralbank würden vor allem "Panik" auslösen, sagte Duisenberg und empfahl abzuwarten. Deshalb wurde im Vorfeld der Sitzung nicht mit einer Senkung der Leitzinsen gerechnet.

Volkswirte rechneten nicht mit einer Zinssenkung

Vom Zinstreffen der EZB am heutigen Donnerstag in Frankfurt erwarten Volkswirte ungeachtet der Turbulenzen der vergangenen Tage an den Finanzmärkten in Reaktion auf die Anschläge auf die USA überwiegend keine Zinsänderung. Die Mehrzahl der am Mittwoch befragten Volkswirte rechnete im Vorfeld nicht mit einer Senkung der Leitzinsen in der Euro-Zone.

EZB stellt zusätzliche Liquidität zur Verfügung

Unterdessen bemühten sich die Notenbanken um eine Stabilisierung der Finanzmärkte durch die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität. Allein die US-Notenbank (Fed) pumpte am Mittwoch 38,25 Mrd. Dollar an kurzfristigen Mitteln in das Bankensystem. Händlern zufolge entsprach dieser betrag etwa dem Zehnfachen dessen, was die Fed im Verlauf eines durchschnittlichen Handelstages zur Verfügung stellt. Zudem hatten die EZB, die Bank of Japan (BoJ) und die Schweizer Nationalbank den Geldmärkten vorbeugend zusätzliche Mittel zugeführt, um die Märkte zu beruhigen und um mögliche Engpässe zu vermeiden.

Die EZB schrieb auch am Donnerstag einen eintägigen Schnelltender zum Hauptrefinanzierungssatz von 4,25 % aus. Der Tender wird am Donnerstag zugeteilt und valutiert am 14. September. Das Eurosystem unterstütze damit weiterhin das Funktionieren der Märkte nach den Ereignissen der vergangenen Tage. "Die EZB wird wenn nötig weitere Maßnahmen ergreifen", hieß es von der EZB.

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