Anschlag forderte bereits das 17. Todesopfer
Attentäter auf US-Kriegsschiff weiterhin unklar

Nach dem Selbstmordanschlag auf den amerikanischen Zerstörer "USS Cole" im Jemen lief die Suche nach den Drahtziehern am Freitag auf Hochtouren. US-Experten prüften mehrere Bekennerschreiben von bisher weitgehend unbekannten Moslem-Gruppen, warnten aber vor voreiligen Rückschlüssen. Über die Urheber der Bluttat vom Donnerstag bestehe bisher völlige Unklarheit.

dpa WASHINGTON/ADEN. Nach dem Selbstmordanschlag auf den amerikanischen Zerstörer "USS Cole" im Jemen lief die Suche nach den Drahtziehern am Freitag auf Hochtouren. US-Experten prüften mehrere Bekennerschreiben von bisher weitgehend unbekannten Moslem-Gruppen, warnten aber vor voreiligen Rückschlüssen. Über die Urheber der Bluttat vom Donnerstag bestehe bisher völlige Unklarheit.

Die USA schickten ein Team von mehr als 100 Experten der amerikanischen Bundeskriminalpolizei FBI in die jemenitische Hafenstadt Aden, wo der Zerstörer beim Betanken angegriffen worden war. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 17. Nach Angaben der US-Marine wurden die Leichen von sieben Matrosen geborgen. Zehn vermisste Soldaten galten ebenfalls als tot.



Verletzte werden nach Deutschland ausgeflogen

Ein großer Teil der 35 Verletzten sollte am Freitag zur Behandlung in US-Militärhospitälern nach Deutschland ausgeflogen werden. Die französische Luftwaffe brachte elf Soldaten zu Notoperationen in ein Militärkrankenhaus in Dschibuti.

Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag am Freitag aufs Schärfste. Bundeskanzler Gerhard Schröder äußerte in einem Schreiben an US-Präsident Bill Clinton seine Betroffenheit und sprach dem amerikanischen Volk sein tief empfundenes Beileid aus. NATO - Generalsekretär George Robertson verurteilte die Tat als "feige und verächtlich".



Expolsion vor der britischen Botschaft

Unterdessen gab es in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa eine Bombenexplosion vor der britischen Botschaft. Nach Angaben einer Sprecherin wurde niemand verletzt, doch entstand erheblicher Sachschaden. Nach bisherigen Erkenntnissen löste ein auf das Botschaftsgelände geworfener Sprengsatz die Explosion eines Dieselgenerators aus. Dabei wurden ein Gebäude des Botschaftskomplexes sowie eine Schule im Villenviertel Hadda beschädigt.

In Aden untersuchten Bombenspezialisten den Rumpf der "USS Cole", in den bei dem Anschlag vom Donnerstag ein großes Loch gerissen worden war. Nach Marine-Angaben besteht inzwischen kein Zweifel mehr daran, dass die Explosion "von außen" herbei geführt wurde und sorgfältig geplant war. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten sich zwei Unbekannte mit einem an die Seite des Zerstörers gesteuerten Festmacherboot in die Luft gesprengt.

In einem Bekennerschreiben an westliche Nachrichtenagenturen in der libanesischen Hauptstadt Beirut bekannte sich eine Moslemgruppe namens "Islamische Abschreckungskräfte" zu der Tat. Sie sei eine Racheaktion für das "Blut des palästinensischen Volkes", das mit dem "Segen" der Amerikaner vergossen werde. Einen Bekennerbrief gab es auch von einer im Jemen ansässigen Guerilla-Gruppe und einer radikal- moslemischen Organisation, die sich "Mohammeds Armee" nennt.



USA schließen ihre Botschaften

Nach Angaben aus dem Pentagon wird bei der Suche nach den Drahtziehern von verschiedenen Möglichkeiten ausgegangen. Eine davon sei, dass der als Terristenführer verdächtigte Osama bin Laden hinter der Tat stecke.

Als Vorsichtsmaßnahme auch mit Blick auf die Gewalttätigkeiten zwischen Israelis und Palästinensern schlossen die USA ihre Botschaften im Nahen Osten, am Persischen Golf und in Nordafrika an diesem Wochenende. Amerikaner in aller Welt wurden zur besonderen Wachsamkeit aufgerufen.

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