Anschlag in Fußgängerunterführung.
Sieben Tote durch Explosion in Moskau

Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt geht von einem Anschlag tschetschenischer Rebellen aus.

Reuters MOSKAU. Bei einer Explosion in einer Fußgängerunterführung im Zentrum Moskaus sind am Dienstag nach offiziellen Angaben sieben Menschen getötet und mindestens 28 verletzt worden. Ein Behördensprecher in Moskau sagte, acht der Opfer seien schwer verletzt. Der Bürgermeister von Moskau, Juri Luschkow, ging nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Interfax von einem Terroranschlag tschetschenischer Rebellen aus. In Russland waren im August und September vergangenen Jahres bei einer Serie von Bombenanschlägen fast 300 Menschen getötet worden. Die russische Regierung machte für die Anschläge tschetschenische Separatisten verantworlich und entsandte die Armee zu einer Offensive in den Nordkaukausus.

Interfax meldete, es seien acht Menschen bei der Explosion ums Leben gekommen, die durch eine Bombe verursacht worden sei. In der Nähe des Explosionsortes sei später eine zweite Bombe entdeckt und entschärft worden. Die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete unter Berufung auf das Innenministerium, unter den Schwerverletzten seien drei Kinder. Die Fußgängerunterführung führt zum Puschkinplatz und ist nur wenige hundert Meter vom Kreml entfernt.

Nach der Explosion bemühten sich Rettungskräfte um Schwerverletzte, die auf dem Bürgersteig lagen. Eine Frau schrie auf vor Schmerzen, als ihr Sanitäter die Beine verbanden. Ein anderer Schwerverletzter wurde auf einer Trage abtransportiert. Andere Menschen irrten orientierungslos herum. Bis zu 30 Rettungs- und Feuerwehrwagen waren vor Ort im Einsatz.

Eine Frau berichtete, die Explosion habe sich gegen 18.00 Uhr (Ortszeit, 16.00 Uhr MESZ) ereignet. Sie habe sich zu diesem Zeitpunkt in einem Kiosk in der Unterführung aufgehalten. Durch die Explosion seien die Lichter ausgegangen, sie selbst sei von der Druckwelle der Detonation getroffen worden. Die Unterführung sei voller Rauch gewesen. Sie habe viele Verletzte gesehen. Dies berichtete auch ein Mann, der sich nach eigenen Angaben zum Zeitpunkt der Explosion in der Nähe des Eingangs der Unterführung aufgehalten hatte. Es habe einen Knall gegeben. Zuerst habe er nicht gewusst, was geschehen sei, sagte er.

Der Fernsehsender NTW zeigte Aufnahmen vom Explosionsort, auf denen blutende Menschen mit zerrissener Kleidung zu sehen waren. Eine halbe Stunde nach der Explosion drang immer noch Rauch aus der Unterführung, der Eingang war völlig verrußt.

Interfax meldete, Innenminister Wladimir Ruschailo habe Präsident Wladimir Putin über die Explosion informiert. In den vergangenen Tagen hatte die Polizei aus Angst vor Anschlägen tschetschenischer Separatisten die Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Insbesondere im Nordkaukasus wurde mit Angriffen gerechnet.

Russland war im Herbst vergangenen Jahres in Tschetschenien einmarschiert, nachdem bei Bombenanschlägen in mehreren Städten von Ende August bis September fast 300 Menschen getötet wurden. Der erste Anschlag dieser Serie war in einem Einkaufszentrum in Moskau verübt worden, von den weiteren Anschlägen waren unter anderem mehrere Wohnhäuser betroffen.

Die russische Regierung machte tschetschenische Rebellen für die Anschläge verantwortlich und begründete damit die Offensive in der Kaukasusrepublik. Die russische Armee hat seitdem den größten Teil Tschetscheniens unter Kontrolle, sieht sich aber immer wieder Angriffen der Rebellen aus dem Hinterhalt ausgesetzt.

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