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Anschlagserie mit über 50 Toten im Irak

Aufständische im Irak haben am Wochenende mehr als 55 Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch fünf US-Soldaten. Der frühere UN-Irakbeauftragte Lakhdar Brahimi erklärte, wegen der Anschläge sei es unmöglich, am Wahltermin 30. Januar festzuhalten.

dpa BAGDAD. Aufständische im Irak haben am Wochenende mehr als 55 Menschen getötet. Unter den Opfern sind auch fünf US-Soldaten. Der frühere UN-Irakbeauftragte Lakhdar Brahimi erklärte, wegen der Anschläge sei es unmöglich, am Wahltermin 30. Januar festzuhalten.

"Der Irak ist ein Trümmerhaufen", sagte Brahimi der niederländischen Zeitung "NRC Handelsblad". Sieben sunnitische Parteien forderten am Sonntag in Bagdad eine Verschiebung der Wahl um mindestens sechs Monate. Der Generalsekretär der Arabischen Demokratischen Front, Farahan Sadit, sagte, es bliebe sonst nicht genug Zeit, um diejenigen umzustimmen, die für einen Wahlboykott plädierten. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten hatte zum Boykott der Parlamentswahl aufgerufen. Außerdem haben Extremistengruppen in den Städten des so genannten sunnitischen Dreiecks mit Anschlägen auf Wahllokale gedroht.

Am Sonntag erschossen Extremisten in Tikrit nach Angaben der US- Armee 17 irakische Zivilisten, die mit dem Bus auf dem Weg zur Arbeit waren. 13 Arbeiter wurden bei der Attacke verletzt. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, die Iraker seien in einem amerikanischen Militärstützpunkt beschäftigt gewesen. Drei Nationalgardisten starben am Sonntag bei einem Anschlag in Bedschi.

In Mossul wurden bei einem Anschlag auf eine Militärpatrouille am Sonntagmorgen zwei amerikanische Soldaten getötet. In der Stadt explodierte zudem eine Autobombe, die nach Informationen des Fernsehsenders Al-Irakija sieben Nationalgardisten tötete. In Mossul starben am Samstag bei einem Selbstmordanschlag nach Angaben eines Vertreters der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) von Dschalal Talabani 18 kurdische Kämpfer ("Peschmerga").

Bei Bombenanschlägen in Bagdad kamen am Samstag sechs Polizisten und ein US-Soldat ums Leben. Im Norden Bagdads starb bei einem Sprengstoffanschlag auf eine US-Patrouille ein Soldat. Bei einem Anschlag westlich von Bakuba wurde ein weiterer Soldaten getötet.

Die gut 800 britischen Soldaten des "Black Watch"-Regiments wurden unterdessen nach Erfüllung ihrer Mission im so genannten "Todesdreieck" südlich von Bagdad abgezogen. Nach Angaben aus London erreichten sie am Samstag Basra im britisch kontrollierten Süden.

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