Anschuldigung gegen Kobe Bryant wegen Verrgewaltigung
Prozess-Erhebung gegen US-Basketball-Star verschoben

Die Entscheidung, ob dem 25 Jahre alten Basketball-Profi der Los Angeles Lakers, Bryant Kobe, wegen Vergewaltigung der Prozess gemacht wird, ist auf den Mittwoch nächster Woche verschoben worden. Dann soll die erste Anhörung im Justizgebäude von Eagle im US-Bundesstaat Colorado ihre Fortsetzung finden.

HB EAGLE. Bezirksrichter Frederick Gannett hatte am Mittwoch die vorgerichtliche Anhörung nach mehr als sechs Stunden erbost abgebrochen, nachdem Bryants Verteidigung den Polizei- Ermittler Doug Winters mit pikanten Fragen konfrontiert hatte. Der Detektiv schilderte zuvor detailliert, wie nach Aussage des angeblichen Opfers die Vergewaltigung abgelaufen sein soll.

Bryant, der aus dem Lakers-Trainingscamp auf Hawaii anreiste, soll am Abend des 30. Juni im luxuriösen "Lodge and Spa" in Cordillera eine 19 Jahre alte Hotelangestellte sexuell missbraucht haben. Er beteuert, unschuldig zu sein. Der dreifache NBA-Champion gab jedoch zu, mit dem Teenager aus der 3700 Einwohner zählenden Ortschaft Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, aber nicht gegen ihren Willen. Für eine Kaution von 25 000 Dollar ist er auf freiem Fuß. Bei einer Verurteilung droht dem verheirateten Vater einer zehnmonatigen Tochter eine Freiheitsstrafe zwischen vier Jahren und lebenslänglich.

Begonnen habe alles harmlos, berichtete Winters, der das vermeintliche Opfer, das sich vergangenes Jahr erfolglos bei der US- Version von "Deutschland sucht den Superstar" bewarb, als auch Bryant stundenlang verhört hatte. Auf Wunsch des prominenten Gastes habe sie ihn durch die Nobelherberge und schließlich auf sein Zimmer geführt. Als sie auf Tätowierungen zu sprechen kamen, habe sie ihr Tattoo am Knöchel gezeigt. Er habe sie dann gefragt, ob sie mit in den Whirlpool steigen würde. Sie habe verneint. Als sie schließlich gehen wollte, habe sie Bryant am Hals gegriffen, die Kleidung vom Leib gerissen und sexuell missbraucht. Dabei habe er ihr eingebläut, über den Vorfall nichts zu erzählen. Was sie auch versprochen habe. Einen Tag später meldete sie die Tätlichkeit aber der Polizei.

Dem Richter platzte der Kragen

Als Beweise wurden außerdem drei Fotos von den Blessuren des angeblichen Opfers vorgelegt. Auf einem sind Prellungen am Kiefer zu erkennen. Die anderen Bilder zeigen blutige Einrisse im Intimbereich. Solche Verletzungen kämen nicht von gemeinsam gewolltem Sex, heißt es in einem Analysebericht. Zudem erzählte Winters, der als einziger Zeuge aussagte, dass auf der Innenseite von Bryants T-Shirt Blutspuren des Mädchens nachgewiesen wurden.

Bryants Anwältin Pamela Mackey nahm anschließend Winters ins Kreuzverhör, wobei sie vier Mal den bislang verschwiegenen Namen der jungen Frau nannte und sich eine Verwarnung des Richters einhandelte. Als sie letztlich wissen wollte, ob der Ermittler sich bei der untersuchenden Krankenschwester erkundigt habe, ob die Verletzungen auch auftreten können, wenn eine Frau mit drei verschiedenen Männern an drei Tagen Sex hat, platzte dem Richter der Kragen. Nach Beratung mit der Kammer ließ er die Anhörung vertagen.

Der Tag hatte überraschend begonnen. Nicht nur das massive Medienaufgebot vor Ort mit über 300 Journalisten rechnete damit, dass die Verteidigung auf die Anhörung verzichten und einem Prozess zustimmen würde, wenn die jetzt bekannt gewordenen Einzelheiten publik werden. Einer monatelangen Schlammschlacht, so wie vor acht Jahren beim spektakulären O.J. Simpson-Prozess, hätte so vorgebeugt werden können. Denn wenn es zum Prozess kommt, woran kein Experte mehr zweifelt, würde dieser frühestens in sechs Monaten beginnen.

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