Anschuldigungen gegen Figo
Fifa prüft Pinto-Tätlichkeit

Das letzte Gruppenspiel der Portugiesen gegen Südkorea hat ein Nachspiel. Die Fifa will am Mittwoch prüfen, ob Portugals Joao Pinto den Schiedsrichter der Partie tätlich angegriffen hat. Auch um Luis Figo gibt es Wirbel: Er soll nach Zeitungsberichten gegenüber einem südkoreanischen Verteidiger ein Remis angeregt haben.

dpa LISSABON. Nach dem frühen Ausscheiden Portugals bei der 17. Fußball-Weltmeisterschaft erwägt Superstar Luis Figo angeblich seinen definitiven Abschied von der Nationalmannschaft. Der Weltfußballer des Jahres 2001 habe Freunde bereits über seine Pläne unterrichtet, schreibt das Sportblatt "O Jogo" am Montag. Der 29-Jährige sei nicht nur von der WM-Pleite seines Teams enttäuscht, sondern auch von den Fan-Protesten bei der Heimkehr des portugiesischen WM-Kaders.

In Porto war es am Sonntag bei der Ankunft von Nationaltrainer António Oliveira und mehreren WM-Spielern sogar zu Prügeleien am Flughafen gekommen. Auch die heftigen Kritiken an Figos Leistungen in letzter Zeit spielten bei den Rücktrittsplänen eine Rolle, schreibt das Blatt. Figo ist neben dem legendären Eusebio der berühmteste portugiesische Fußballer aller Zeiten.

In Seoul wurde dem Profi von Real Madrid zudem vorgeworfen, in der Halbzeitpause der Partie Südkorea-Portugal (1:0) den Koreanern ein Remis angeboten zu haben. Dies behauptete jedenfalls der koreanische Spieler Young Pyo Lee, der eine entsprechende Offerte vernommen haben will. Hintergrund: Ein Punkt hätte beiden Teams zum Viertelfinal- Einzug gereicht. Von portugiesischer Seite gab es dazu keine Stellungnahme. Der koreanische Abwehrspieler berichtete dagegen, Figo habe ihn nach der Pause beim Betreten des Rasens mit den Worten begrüßt: "Lasst es ruhig angehen für ein Unentschieden."

"In diesem Augenblick habe ich nicht verstanden, was er meinte. So beachtete ich die Bemerkung zunächst nicht", erklärte Lee nach einer Meldung der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap weiter. Der Fußball-Weltverband FIFA enthielt sich dazu jeder Stellungnahme. "Die FIFA kommentiert gewöhnlich keine Zeitungsberichte", erklärte FIFA - Mediendirektor Keith Cooper am Montag in Seoul auf Anfrage.

Dagegen wird sich die FIFA-Disziplinarkommission laut Mitteilung des Weltverbandes vom Montag bereits an diesem Mittwoch mit dem Fall des portugiesischen WM-Spielers Joao Pinto befassen. Der 30 Jahre alte Profi von Sporting Lissabon soll Schiedsrichter Ángel Sanchez (Argentinien) tätlich angegriffen haben. Pinto hatte im Spiel gegen Gastgeber Südkorea die Rote Karte erhalten und muss - wenn es zur Tätlichkeit gegen den Referee gekommen sein sollte - mit einer langen Sperre rechnen. Die FIFA-Kommission will deshalb Referee Sanchez noch einmal selbst zu diesem Thema befragen.

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