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Anspannung im Bundesliga-Abstiegskampf

Der eine schottet seine Profis ab, der andere verschärft die Gangart, und der Dritte verbreitet unverdrossen Optimismus. Im Kampf um den Klassenverbleib greifen die Fußball-Lehrer Jörg Berger, Peter Neururer und Volker Finke zu unterschiedlichen Mitteln.

dpa DÜSSELDORF. Der eine schottet seine Profis ab, der andere verschärft die Gangart, und der Dritte verbreitet unverdrossen Optimismus. Im Kampf um den Klassenverbleib greifen die Fußball-Lehrer Jörg Berger, Peter Neururer und Volker Finke zu unterschiedlichen Mitteln.

Bereits zwei Wochen vor der Winterpause könnten ihre Clubs Hansa Rostock, VfL Bochum und SC Freiburg vorentscheidend ins Hintertreffen geraten. Deshalb misst Freiburgs Trainer Finke dem 15. Spieltag große Bedeutung bei: "Wir müssen unglaublich aufpassen, dass wir den Abstand vor Weihnachten nicht zu groß werden lassen - sonst wird das der Horror."

Mehr noch als im Fernduell um die Herbstmeisterschaft zwischen Bayern München, dem VfL Wolfsburg, Schalke 04 und dem VfB Stuttgart werden an diesem Wochenende die Weichen im Tabellenkeller gestellt. Verliert Schlusslicht Rostock gegen Bayer Leverkusen auch sein achtes Heimspiel in Serie, sinken die Chancen auf ein Minimum. In der Abgeschiedenheit des Trainingslagers in Dierhagen sprach Berger seinen Profis in Einzelgesprächen Mut zu. "Wenn wir zu Hause nicht endlich die Trendwende schaffen, wird es ganz schwer. Zur Zeit freuen sich doch alle, hierher zu kommen", meinte der Hansa-Coach.

Nicht minder groß ist die Anspannung in Bochum und Freiburg. Nur ein Sieg vor heimischer Kulisse gegen Nürnberg kann den Tabellen-16. Bochum vor einem freudlosen Weihnachtsfest bewahren. Die Talfahrt des ehemaligen Uefa-Cup-Teilnehmers veranlasste Neururer zu einer Veränderung der Ton- und Gangart: "Ich bin nicht mehr der Spaßmacher. Für den Spaß muss nun die Mannschaft sorgen, indem sie Punkte holt."

Anders als seine Leidensgenossen Berger und Neururer verzichtete Finke auf besondere Maßnahmen. Vor dem Kellerduell mit Kaiserslautern gab er sich bewusst zuversichtlich: "Diskussionen um den Tabellenstand helfen uns überhaupt nicht weiter. Ich werde mir meine Lust, mit der Mannschaft zu arbeiten, nicht von den so genannten Mechanismen des Geschäfts nehmen lassen." Zumindest der Blick auf die lange Verletztenliste des Gegners macht Mut: Beim Tabellen-15. aus der Pfalz droht ein halbes Dutzend Spieler auszufallen.

Weniger spektakulär als in der unteren dürfte es in der oberen Tabellenregion zugehen. Vor eigenem Publikum wollen die drei führenden Teams aus München, Wolfsburg und Schalke die gute Ausgangsposition festigen. Vor allem die Bayern strotzen nach drei Bundesliga-Erfolgen und dem 5:1 in der Champions League gegen Tel Aviv vor Selbstvertrauen. Die nach 18 Monaten in der Vorwoche zurück eroberte Tabellenführung soll gegen Mainz verteidigt werden. Für den Vorstands-Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge hat der Gewinn der Meisterschale Priorität: "Ich habe immer gesagt, dass die Meisterschaft der ehrlichste Titel ist. Damit wäre ich zufrieden."

Mit dem siebten Sieg im achten Heimspiel wollen die Wolfsburger ihren Höhenflug fortsetzen. Doch anders als die Bayern treffen sie auf einen auswärtsstarken Gegner: Noch vor zwei Wochen stellte Hertha BSC beim 3:1 "auf" Schalke beachtliche Konterqualitäten unter Beweis. Es war die bisher einzige Niederlage der Gelsenkirchener unter Trainer Ralf Rangnick. Einen ähnlichen Fauxpas will sich der Revierclub gegen den aufstrebenden Aufsteiger Bielefeld unter allen Umständen ersparen. "Das wird ein hartes Stück Arbeit", schwant Mittelfeldspieler Sven Vermant.

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