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Anstehende Gaspreis-Erhöhung ruft Kartellamt auf den Plan

Die anstehende Preisrunde bei den deutschen Gasversorgern ruft das Bundeskartellamt auf den Plan. "Es gibt da erhebliche Ungereimtheiten, die geklärt werden müssen", sagte der Präsident der Bonner Wettbewerbsbehörde, Ulf Böge, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Die Wettbewerbshüter hätten daher bereits mehrere Unternehmen angeschrieben.

dpa-afx DÜSSELDORF/BONN. Die anstehende Preisrunde bei den deutschen Gasversorgern ruft das Bundeskartellamt auf den Plan. "Es gibt da erhebliche Ungereimtheiten, die geklärt werden müssen", sagte der Präsident der Bonner Wettbewerbsbehörde, Ulf Böge, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Die Wettbewerbshüter hätten daher bereits mehrere Unternehmen angeschrieben.

Wegen des seit Monaten sehr teuren Öls müssen sich die Verbraucher zum Jahresende auf höhere Gaspreise einrichten. Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft hatte Anfang August angekündigt, das Preisniveau werde voraussichtlich im Herbst oder Winter steigen, jedoch angesichts der bundesweit rund 730 Versorger keine Zahlen genannt. Einzelne Unternehmen hatten zuletzt Preiserhöhungen von zum Teil mehr als 10 % angekündigt. Hintergrund ist die seit den sechziger Jahren übliche Preisbindung, die den Gaspreis im Abstand von rund einem halben Jahr dem Ölpreis folgen lässt.

Im Zentrum der Untersuchungen der Kartellwächter steht, dass die angekündigten Preiserhöhungen der Versorger den Anstieg ihrer Bezugspreise bei den Ferngasgesellschaften übertreffen könnten. Da die Endkundenpreise in großem Umfang auch durch andere Kosten wie Entgelte für die Netzdurchleitung bestimmt seien, dürfte die Verteuerung des Energieträgers auf der Versorgungsebene aber eigentlich nur zu einem Bruchteil ankommen, betont Böge. "Hier fehlt es in jedem Fall an Transparenz." Ob die Behörde nach einer informellen Prüfung weitere Schritte einleite, sei noch offen.

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