Anstieg der Passagierzahlen erwartet
Fraport steckt Milliarden in Flughafenausbau

Die Fraport AG will in den kommenden Jahren Milliardensummen in den Ausbau des Frankfurter Flughafens investieren und geht von einem deutlichen Anstieg der Passagierzahlen aus.

Reuters FRANKFURT. Im Zuge von drei Ausbaustufen wolle der Flughafenbetreiber bis zum Jahr 2015 insgesamt 3,3 Milliarden Euro unter anderem für die neue Landebahn, ein drittes Terminal sowie für Infrastrukturmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Bau einer Lufthansa-Werft für das neue Großraumflugzeug A380 ausgeben, sagte Fraport-Chef Wilhelm Bender am Mittwoch in Frankfurt anlässlich der Präsentation des "Generalausbauplans 2000" für Deutschlands größten Flughafen. Finanziert werden solle das Milliardenvorhaben aus den Einnahmen des Börsenganges der Fraport AG vom Juni 2001, mit eigenen Finanzmitteln sowie durch Kredite.

Ein Drittel der geplanten Investitionen will Fraport an mittelständische Unternehmen vergeben. "Der Ausbau ist ein Konjunkturprogramm für die Region und für ganz Deutschland", sagte Bender. Nach dem Ausbau werde es allein am Airport über 30 000 Arbeitsplätze mehr geben. Derzeit arbeiten dort in mehr als 400 Unternehmen rund 62.500 Menschen, davon rund 15 000 für den Fraport-Konzern.

Der Generalausbauplan setze drei Schwerpunkte: den Bau einer zusätzlichen Landebahn im Nordwesten des Airport-Geländes, den Bau eines dritten Terminals im Süden mit einer Kapazität für 25 Millionen Passagieren pro Jahr und nicht zuletzt die Errichtung eines 350 Meter langen und 140 Meter breiten Gebäudes für die Wartung des neuen Großraum-Flugzeugs Airbus A380. Diese Werft werde von der Lufthansa finanziert und solle als Wartungsbasis für die gesamte A380-Flotte der Lufthansa dienen, sagte der stellvertretende Fraport-Chef Manfred Schölch, der für die Flughafenentwicklung zuständig ist.

Der Flughafenbetreiber geht bei seinen Ausbauplänen von deutlich steigenden Passagier- und Frachtaufkommen aus. Die Passagierzahlen sollen bis 2005 auf 56,5 Millionen von 49,4 Millionen vor zwei Jahr steigen. 2010 rechne Fraport mit 71,1 Millionen und im Jahr 2015 mit 82,3 Millionen Fluggästen. Auch das Frachtaufkommen werde stark zulegen, prognostizierte Bender. Bis 2015 solle das Aufkommen auf etwa 2,8 Millionen Tonnen von rund 1,6 Millionen Tonnen (Jahr 2000) klettern. Für 2005 rechnet der Flughafenbetreiber mit einem Frachtaufkommen von 1,86 Millionen Tonnen, 2010 peilt er 2,3 Millionen Tonnen an. Bis dahin werde auch die Zahl der Flugbewegungen von 459 000 in 2000 auf voraussichtlich 657 000 steigen. "Dies ist noch eine konservative Betrachtung", sagte Bender mit Blick auf Kritik an angeblich zu optimistischen Erwartungen.

Die im Aufsichtsrat von Fraport vertretene hessische Landesregierung unter Ministerpräsident Roland Koch (CDU) will die Ausbaupläne zwar mittragen, allerdings nur wenn zugleich ein Nachtflugverbot ausgesprochen wird. Dazu sagte Fraport-Chef Bender am Mittwoch, die Entscheidung darüber müsse spätestens bis 2006 fallen, wenn die neue Landebahn in Betrieb gehen solle.

Mehrere Nachbargemeinden des Flughafens haben bereits Klagen vor dem hessischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht und legten mittlerweile auch eine gemeinsame Beschwerde bei der EU-Kommission in Brüssel vor. Die Kommunen sind der Ansicht, dass der Ausbau mehrere europäische Umweltrichtlinien verletzt.

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