Anstieg des Rentenbeitrages erwartet
Neue Lücke in der Rentenkasse

Die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung sind im ersten Halbjahr 2002 weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Um die neue Lücke in der Rentenkasse zu schließen, müsse der Beitragssatz im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,2 Punkte auf 19,3 % angehoben werden, erklärte der Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Herbert Rische.

sm BERLIN. Die Beitragseinnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung sind im ersten Halbjahr 2002 weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Um die neue Lücke in der Rentenkasse zu schließen, müsse der Beitragssatz im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,2 Punkte auf 19,3 % angehoben werden, erklärte der Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), Herbert Rische. Endgültig legt die Bundesregierung den Beitragssatz für 2003 im November 2002 fest. Sie hatte bereits bei der Aufstellung des Bundeshaushalts einen Beitragssatz von 19,3 % kalkuliert, aber hinzugefügt, bei günstiger Wirtschaftsentwicklung könne der Satz bei 19,1 % gehalten werden. Diese Hoffnung schwindet nun.

Rische erläuterte, die Beitragseinnahmen der Rentenversicherung seien im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres lediglich um 0,3 % gestiegen; die Rentenversicherer hatten mit einem Zuwachs um knapp 2 % kalkuliert. Die Rentenreserve werde bis zum Ende des Jahres wahrscheinlich auf 0,74 Monatsausgaben zurückgehen, sagte der BfA-Präsident. Damit würde die gesetzliche Mindestrücklage, die Rot-Grün für das Wahljahr 2002 von einer auf 0,8 Monatsausgaben abgesenkt hat, unterschritten. Um die Lücke wieder aufzufüllen, müsse der Beitragssatz voraussichtlich auf 19,3% angehoben werden, so Rische.

Rische und Karl Panzer, Geschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), empfahlen den Erwerbstätigen, neben der gesetzlichen Rente zusätzlich vorzusorgen. Die BfA hat bis gestern eine Million junge Versicherte über ihre Rentenansprüche informiert. Bis 2004 erhalten alle Versicherten eine solche Renteninformation. Vorher informiert die BfA ihre Versicherten auf Antrag. Unabhängige Informationen über die Zusatzvorsorge biete neben den Beratungsstellen der Rentenversicherungsträger die Stiftung Warentest, sagte Rische.

Panzer riet, neben der gesetzlichen Rente eine private Riester-Rente und eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung im Rahmen einer Entgeltumwandlung abzuschließen. Insbesondere Personen mit langer Ausbildung und hohem Einkommen sowie Arbeitnehmer, die zwischenzeitlich keine Beiträge zur Sozialversicherung bezahlt hätten, sollten so eine "drohende Versorgungslücke" schließen. Inzwischen hätten rund 2,3 Millionen Menschen eine private Riester-Rente abgeschlossen.

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