Anteil aber begrenzen: Julius Bär sieht Gold weiter als Krisengewinner

Anteil aber begrenzen
Julius Bär sieht Gold weiter als Krisengewinner

Anleger können nach Einschätzung der Bank Julius Bär auf neue Gewinne beim Goldpreis hoffen. "Die Rechnung geht aber nur auf, wenn sich Investoren gleichzeitig vor Kursverlusten beim Dollar schützen", sagte Gerard Piasko, Cief Investment Officer im Bereich Private Banking des Schweizer Bankhauses, am Freitag in Frankfurt.

Reuters FRANKFURT. Seiner Ansicht nach könnte der Preis für eine Feinunze Gold über 400 Dollar steigen. Wegen des Streits um den Irak und die drohende Nordkorea-Krise hatten Investoren bereits in den vergangenen Monaten das Gold als sicheren Hafen angesteuert und dadurch den Preis auf den höchsten Stand seit sechseinhalb Jahren getrieben. Gold gilt in Krisenzeiten bei Investoren als sichere Anlageform.

Zwar habe Julius Bär bei den jüngsten Preisspitzen um 370 Dollar je Feinunze Gewinne mitgenommen, sagte Piasko. "Bei Preisen zwischen 340 und 350 Dollar kann man aber wieder einsteigen, weil Gold kurzfristig über 400 Dollar gehen sollte." Allerdings rät Julius Bär dazu, den Gold-Anteil in privaten Vermögen auf drei bis fünf Prozent zu begrenzen.

In London notierte das Edelmetall am Freitagmittag um 356 Dollar. Marktkenner dort stimmten Piaskos Optimismus zu. "Preise zwischen 346 und 352 Dollar sollten eine gute Kaufgelegenheit darstellen", sagte James Moore von der Analysefirma TheBulliondesk.com. "Unsere augenblickliche Zielmarke, die es zu testen gilt, sind 400 Dollar."

Gold-Investoren aus dem Euro- oder Yen-Raum haben allerdings in den vergangenen Monaten Teile ihrer Gewinne durch die kräftige Abwertung des US-Dollar wieder verloren, da Gold generell in Dollar abgerechnet wird. Vor allem wegen des hohen US-Handelsbilanzdefizits und der Bemühungen asiatischer und anderer Länder, den oft über 80 % liegenden Dollar-Anteil ihrer Währungsreserven zu reduzieren, werde sich die Schwäche der US-Währung zum Euro bis Ende 2003 fortsetzen, sagte Piasko. Julius Bär sehe den Euro dann bei 1,10 Dollar und damit rund zwei US-Cents fester als derzeit. Mit Blick auf die Aktienmärkte in Europa sagte Piasko: "Wenn der Dollar an Wert verliert, war das in der Vergangenheit oft schlecht für europäische Aktien." Hinzu komme, dass die amerikanischen Unternehmen ihre Kostenbasis viel aggressiver gesenkt hätten als ihre Wettbewerber in Europa.

"Zudem sind viele Analystenschätzungen für die Gewinnentwicklung in Europa noch viel zu hoch", ergänzte Gerhard Grebe, Vorstandsmitglied der Frankfurter Julius Bär Kapitalanlage AG. So rechne sein Haus für die 30 Dax-Unternehmen 2003 lediglich mit einem Gewinnanstieg von acht Prozent.

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