Anteil an Lastminute-Reisen steigt
LTU im Gegenwind: Buchungsflaute in kritischer Sanierungsphase

dpa DÜSSELDORF. Der angeschlagene Ferienflieger LTU kommt aus den Turbulenzen nicht heraus. Schlechte Buchungszahlen drücken auf den geplanten Rückflug der Düsseldorfer Touristikgruppe in die Gewinnzone. Das Unternehmen muss vermehrt Reisen als Last-Minute- Angebote verkaufen. Der Vorjahresverlust von rund 250 Mill. DM wird nach Firmenangaben im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich nicht verringert. Über den Stand der bis 2004 angesetzten Sanierung will der LTU-Chef Peter Fankhauser an diesem Donnerstag bei der Vorstellung der Winterprogramme berichten.

Fankhauser versucht seit seinem Antritt Anfang 1999, dem Mallorca- und Florida-Spezialisten neuen Auftrieb zu geben. Die LTU will binnen drei Jahren mit 25 neuen Airbus-Maschinen über eine der modernsten Flotten verfügen. Dies soll die Kosten gegenüber dem gemischten Flugzeugpark deutlich senken. Darüber hinaus gliedert die LTU-Gruppe Teilbereiche wie die Passagierabfertigung und die elektronische Datenverarbeitung aus. Dabei denkt die LTU auch an Gemeinschafts- Aktivitäten mit ihrem schweizerischen Gesellschafter SAirGroup.

Trotz des angelaufenen Umbaus bläst der LTU weiter scharfer Wind ins Gesicht. Im ruinösen Preiskampf der Branche werde der Anteil an Last-Minute-Reisen bei der LTU im laufenden Jahr von zwölf auf bis zu 15 % steigen, sagt Sprecher Marco Dadomo. Zuletzt hatte die LTU Touristik mit 2,6 Mill. Gästen einen Zuwachs von 15 % verbucht. Nun ist LTU froh, wenn die Vorjahreszahl gehalten werden kann. Um im Wettbewerb der europäischen Reisekonzerne zu bestehen, fehlen der LTU eigene Reisebüros und Hotelkapazitäten. Lediglich 40 % der LTU-Maschinen werden von eigenen Veranstaltern gefüllt. "Wir wollen den Anteil auf 60 % hochfahren", sagt Dadomo.

Die Suche der SAirGroup nach einem touristischen Partner für LTU kommt offenbar nur schleppend voran. Die LTU - der größte deutsche Ferienflieger - gehört noch zu 39,9 % dem Familienkreis der Unternehmensgründer und zu 10,2 % der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Als mögliche Käufer des Familienanteils gelten Airtours und der Kölner Handelsriese REWE, der seine Tourismussparte ausbaut. "Es werden Gespräch mit potenziellen Partnern geführt", bestätigt Dadomo. Die SAirGroup hatte LTU nach der Übernahme von 49,9 % 1998 noch zum Herzstück eines europäischen Tourismus-Riesen machen wollen.

Medienberichte, nach denen bereits eine Kündigungswelle bei der LTU angerollt ist, weist der LTU-Sprecher zurück. "Wir haben jetzt Ruhe bei den Beschäftigten reingebracht", sagt Holger Carstensen von der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft mit Blick auf den neuen Tarifvertrag.

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