Anteil auf 57,5 Prozent aufstocken
Kirch will Mehrheit an Formel 1 übernehmen

Die Kirch-Gruppe will trotz der Initiative der Autohersteller für eine alternative Formel-1-Serie die Kontrolle über die Formel-1-Holding SLEC übernehmen.

Reuters FRANKFURT. Kirch-Geschäftsführer Dieter Hahn sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montagausgabe), es sei davon auszugehen, dass die Kirch-Gruppe die Option wahrnehmen werde, durch die Umwandlung eines Darlehens an das Münchener Medienunternehmen EM.TV ihren Anteil an der SLEC auf 57,5 % von derzeit 37,25 aufzustocken. Es sei nicht sehr wahrscheinlich, dass EM.TV eine Rückzahlung des Kredits von Kirch finanzieren könne. Derzeit halten die Kirch-Gruppe und EM.TV je zur Hälfte 75 % der Formel-1-Holding SLEC, die die Fernsehrechte an dem sportlichen Großereignis vergibt.

Gegen eine Kontrolle der Kirch-Gruppe über die Formel-1-Holding hatten sich die in der Rennsportserie engagierten Konstrukteure vehement gewehrt und am Freitag die Gründung einer alternativen Rennsportserie ab 2008 angekündigt. Sie befürchten, dass die Kirch-Gruppe, die Privatsender und den PayTV-Sender Premiere World betreibt, bei der Vergabe der begehrten Fernsehrechte ihren Einfluss geltend machen würde. Die Kirch-Gruppe kann die Mehrheit an der SLEC durch die Umwandlung des Darlehens in Gesellschafteranteile bis zum Herbst übernehmen.

Hahn sagte, Kirch und Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone seien sich über diesen Schritt "grundsätzlich einig". Ecclestone habe sich "ohne jeden Zweifel" gegen den Kirch-Einstieg gewehrt, weil ihm dies seinerzeit nicht gefallen habe und er andere Lösungen befürwortet habe. "Er ist aber, und so habe ich ihn in den letzten fünf Jahren kennen gelernt, jemand, der zu seinem Wort und zu seinen Verträgen steht. Wir habe alle den Eindruck, dass die Beteiligten die bislang gefundenen Lösungen sehr begrüßen", sagte Hahn.



Kirch wolle bei der Formel 1 einen Beitrag dazu leisten, dass sich das Unternehmen professionell weiterentwickele, besonders auch in der Verwertung der Rechte weltweit. Im Kartellverfahren habe sich Kirch dazu verpflichtet, den Verkaufsprozess in Deutschland als Auktion zu gestalten, wies Hahn Befürchtungen über eine Einflussnahme zurück. So habe jeder Markteilnehmer dieselben Möglichkeiten, die Rechte zu erwerben.

Hahn zufolge laufen die grundsätzlichen Interessen der Kirch-Gruppe an der Formel 1 nicht den Interessen der Automobilindustrie entgegen. "Wir sind sicher, dass die Formel 1 eine langfristige Perspektive bietet. Unsere Offerte für Gespräche über Einfluss und Beteiligung der Autohersteller gilt nach wie vor", sagte Hahn.

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