Anteil des Bundes sinkt durch dritte Emission auf unter 60 %
Neue T-Aktien schon nach Frühzeichung überzeichnet

Im Rahmen des dritten Börsengangs der Deutschen Telekom haben Privatanleger bereits in einer ersten Phase mehr Aktien geordert als überhaupt angeboten werden.

Reuters BONN/FRANKFURT. Im Rahmen des dritten Börsengangs der Deutschen Telekom haben Privatanleger bereits in einer ersten Phase mehr Aktien geordert als überhaupt angeboten werden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Telekom teilten am Dienstag mit, in der so genannten Frühzeichnerphase mit Vorzugskonditionen hätten mehr als 2,6 Mill. Privatanleger knapp 315 Mill. Aktien nachgefragt. In dieser Zahl sind die Order von Großinvestoren noch gar nicht enthalten. Die KfW will 200 Mill. Aktien verkaufen, weitere 30 Mill. Aktien stehen für eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) bereit. Das Preisfindungsverfahren (Bookbuilding) für die Aktien endet am 16. Juni.

Die KfW und die Telekom erklärten weiter, damit sei die am 31. Mai begonnene und am 9. Juni ausgelaufene Frühzeichnerphase erfolgreich abgeschlossen worden. Rund zwei Drittel der von Privatanlegern nachgefragten Aktien seien in Deutschland geordert worden, rund 35 % der Nachfrage stammten von privaten Anlegern aus dem Ausland. Europäische Privatanleger, die in der Frühzeichnungsphase Aktien geordert haben, sollen einen Preisnachlass von drei Euro bekommen. Halten sie die Aktien dann ohne Unterbrechung auch bis Ende 2001, sollen sie zudem für zehn Aktien eine Treueaktie erhalten. Die Telekom hatte zudem angekündigt, Zeichner bevorzugt zu behandeln, die beim Börsengang der Internet-Tochter T-Online nicht zum Zuge gekommen waren.

Am 15. Juni endet für den dritten Börsengang der Telekom die Zeichnungsfrist für Privatanleger, am Tag darauf wird das Bookbuilding-Verfahren abgeschlossen. Der Preis für die Aktien und der Zuteilungsschlüssel soll am 17./18. Juni bekannt gegeben werden. Der Ausgabepreis wird sich nach Firmenangaben am aktuellen Börsenkurs der T-Aktie orientieren. Der Handel mit den neuen Aktien an der Börse soll am 19. Juni beginnen.

Analysten gehen davon aus, dass am Ende der Zeichnungsfrist auch die institutionellen Anleger die Emission überzeichnen könnten. Solche Großanleger wie Banken, Versicherungen oder Fonds warten in der Regel bis kurz vor Schluss der Zeichnungsfrist, um sich ihr Engagement möglichst lange offen zu halten. Bei Marktteilnehmern hieß es allerdings, bei den institutionellen Anlegern dürfte das Interesse nicht so groß sein wie bei Privatanlegern, da die Möglichkeiten für kurstreibende Übernahmen im Rahmen des Konsolidierungsprozesses in der Branche abnähmen. Bei der Ausgabe der Aktien aus dem Besitz der KfW handelt es sich um die dritte Emission von Telekom-Aktien innerhalb von vier Jahren. Beim ersten Börsengang der Telekom 1996 und bei der zweiten Emission vor rund einem Jahr waren rund zehn Mrd. Euro erlöst worden. Bei den derzeitigen Kursen der Telekom-Aktie würde sich ohne Berücksichtigung der Mehrzuteilungsoption ein Volumen von mehr als 13 Mrd. Euro ergeben. Der Anteil des Bundes an der Telekom sinkt damit auf unter 60 %. Der Erlös fließt größtenteils dem Bund zu, der die Mittel zur Schuldentilgung einsetzen will. Der Kurs der Telekom-Aktie legte am Dienstag bis zum Nachmittag im Xetra-Handel um 1,29 % auf 66,84 Euro zu und entwickelte sich damit etwas besser als der Gesamtmarkt.

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