Anteil von 16 % auf 9,98 % gesunken
Cobra-Rückzug bei Commerzbank

Ursprünglich habe Cobra versucht, die 16 % komplett an einen Investor zu verkaufen. Dies sei jedoch nicht gelungen, so dass Cobra jetzt versuche, ihren Anteil an mehrere Investoren zu verkaufen, so ein Analyst.

dpa-afx FRANKFURT. Die Cobra Beteiligungsgesellschaft mbH hat sich von einem Teil ihrer verwalteten Commerzbank-Aktien getrennt. Seit Beginn des laufenden Jahres verwalte die Cobra nur noch 9,98% der Commerzbank-Aktien, nachdem sie bis zum Ende des Jahres 2000 noch mehr als 16% kontrolliert hatte. Wie Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann heute in einem Gespräch mit dpa-AFX bestätigte, sei der Cobra-Verwaltungsvertrag mit verschiedenen Besitzern über 6% der Commerzbank-Anteilen nicht verlängert worden. Nach der Einschätzung von Hofmann würden diese Investoren ihre Commerzbank-Aktien weiter halten und hätten sie nicht verkauft.

Ursprünglich habe Cobra allerdings vorgehabt, die 16% komplett an einen Investor zu verkaufen. Dies sei jedoch in der Vergangenheit nicht gelungen, so dass Cobra jetzt versuche, ihren Anteil an mehrere Investoren zu verkaufen, so Ralf Dibbren von MM Warburg. "Es sieht so aus, als ob Cobra einen kontrollierten Rückzug antritt", sagte Dibbren.

Die Beteiligungsgruppe Cobra hat im April 2000 begonnen, sich an der Commerzbank zu beteiligen und hat seitdem ihren Anteil auf mehr als 16% ausgebaut. Cobra betonte allerdings immer wieder, keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik der Commerzbank nehmen zu wollen, sondern die Beteiligung an der deutschen Großbank als reine Finanzinvestitionen anzusehen. Cobra gehört zu 100 % der niederländischen Rebon BV, die an mehreren europäischen Unternehmen beteiligt ist. Hinter der Finanzholding sollen die Investoren Clemens Vedder aus Palm Beach (USA) und Klaus-Peter Scheidewind aus Düsseldorf stehen.



Cobra-Beteiligung wurde stets kritisch gesehen

Das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) hat die Cobra-Beteiligung an der Commerzbank von Anfang an argwöhnisch beobachtet und der Gruppe bei der letzten Commerzbank-Hauptversammlung der Cobra untersagt, ihre Stimmrechte auszuüben. Cobra habe nach Worten Hofmanns vergeblich dagegen geklagt. Das Bundesaufsichtsamt habe Zweifel an der Seriosität der Cobra gehabt, die sich vor allem in der Person des Geschäftsführers konzentriert. Hansgeorg Hofmann war bis 1997 Vorstand bei der Dresdner Bank im Bereich Investmentbanking und schied nach einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung aus dem Unternehmen aus. Er selbst betonte, dass er nicht vorbestraft sei und das alle Verfahren gegen ihn abgeschlossen seien.

Die Cobra galt von Beginn an als einer der Gegner der geplanten Fusion der beiden deutschen Banken Commerzbank und der Dresdner Bank. Die Beteiligungsgesellschaft hatte immer versucht, einen großen ausländischen Investor als Braut oder Mutter für die Commerzbank zu gewinnen. Im Gespräch waren die italienische Assicurazioni Generali SpA, die italienische Mediobanca und die spanische Banco Santander Central Hispano, die bereits Anteile an der Commerzbank halten. Nach Auskunft der Commerzbank liegen rund 61% des Commerzbank-Kapitals bei in- und ausländischen Investoren und 39% bei Privatanlegern.



Zusammenarbeit in der Zukunft

Cobra-Geschäftsführer Hansgeorg Hofmann bekräftigte, in Zukunft konstruktiv mit der neuen Leitung der Commerzbank zusammenarbeiten zu wollen. Ab Juni übernimmt Klaus-Peter Müller beim Frankfurter Kreditinstitut das Ruder von Martin Kohlhaussen. Cobra hat in den vergangenen Monaten immer wieder gegen die Führung der Commerzbank gearbeitet und beispielsweise eine außerordentliche Hauptversammlung gefordert, da sich die Investorengruppe bei der letzten Kapitalerhöhung übergangen gefühlt hat.

Nach dem teilweisen Rückzug der Cobra-Investorengruppe rechnen Händler wieder mit Gerüchten über eine feindliche Übernahme der Commerzbank oder eine Kooperation mit einem anderen Finanzinstitut. Den Kurs der Aktie beflügelte diese Spekulationen heute schon einmal. Das im Dax notierte Papiere legte bis 16.10 Uhr deutlich über dem Marktdurchschnitt um 1,73% auf 32,40 Euro zu.

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