Anteil von 38 Prozent erwartet
Daimler-Chrysler und Mitsubishi verkünden morgen ihre Pläne

Reuters STUTTGART/TOKIO. Die Automobilkonzerne Daimler-Chrysler AG und Mitsubishi wollen morgen ihre geänderten Allianzpläne bekannt geben. Das teilte Konzernsprecherin Karin Funke heute in Stuttgart mit, ohne weitere Details zu nennen. Mitsubishi kündigte eine Stellungnahme in Tokio für 4.00 Uhr Ortszeit an. Nach Medienberichten wird der Stuttgarter Konzern seinen geplanten Anteil von 34 % an dem Partner ausweiten und den stellvertretenden Chef bei dem japanischen Autobauer stellen. Die Zeitung "Financial Times" meldete, auch der schwedische Hersteller Volvo wolle seine Mitsubishi-Beteiligung erhöhen.

Daimler-Chrysler hatte im Juli die geplante Allianz mit dem asiatischen Hersteller besiegelt. Die beiden Firmen wollen vor allem in den Bereichen PKW und leichte Nutzfahrzeuge zusammenarbeiten. Nachdem Mitsubishi eingeräumt hatte, seit über 20 Jahren Qualitätsmängel an seinen Fahrzeugen vor den zuständigen staatlichen Behörden verheimlicht zu haben, will Daimler-Chrysler Berichten zufolge nun die Zügel bei dem Autobauer anziehen. Mitsubishi hatte kürzlich erklärt, bei den Gesprächen mit Daimler-Chrysler würden weit reichende Veränderungen in der Organisationstruktur diskutiert.

NHK: Daimler-Anteil an Mitsubishi wächst auf 38 Prozent

In den Medien wurde heute erneut über das Ausmaß der geplanten Einfluss-Erweiterung des deutsch-amerikanischen Autobauers bei Mitsubishi spekuliert. Der japanische Fernsehsender NHK meldete, der Konzern werde die bislang vereinbarten Beteiligung von 34 % an Mitsubishi auf 38 % ausbauen. Als wahrscheinlich gilt dabei, dass Daimler-Chrysler den höheren Anteil für den bisher für 34 % ausgehandelten Preis von rund 4,1 Mrd. DM erhalten wird. Die Mitsubishi-Aktien haben seit dem Bekanntwerden des Vertuschungsskandals Mitte Juli deutlich an Wert verloren. Sie notierten heute in Tokio bei 384 Yen.

Nach Medienberichten will der Stuttgarter Konzern nun auch beim operativen Geschäft seines Partners das Heft in die Hand nehmen. Ein Daimler-Chrysler-Manager soll demnach hierzu den Posten des Chief Operating Officer (COO) bei Mitsubishi einnehmen. Dadurch könnte der Konzern seinen Einfluss kräftig erhöhen, ohne die hoch verschuldete Firma voll zu konsolidieren. Nach einem Bericht der japanischen Tageszeitung "Nihon Keizai Shimbun" sollen die Änderungen bei einem Aufsichtsratstreffen von Mitsubishi morgen in Tokio beschlossen werden. Der durch den Skandal unter Druck geratene Mitsubishi-Präsident Katsuhiko Kawasoe soll demnach durch seinen bisherigen Stellvertreter Takashi Sonobe ersetzt werden.

Volvo zieht nach

Nach Daimler-Chrysler könnte einem Zeitungsbericht zufolge nun auch der schwedische Lkw-Hersteller Volvo eine Erhöhung seines Anteils an Mitsubishi anstreben. "Wenn die Deutschen einen höheren Anteil fordern und auch bekommen, wollen wir nicht zurückstehen", zitiert die "Financial Times" einen Volvo Volvo-Manager. halte derzeit einen Anteil von fünf Prozent an dem japanischen Autobauer und ist damit zu 20 % an einem neuen Nutzfahrzeug-Joint-Venture mit Mitsubishi beteiligt, berichtet die Zeitung weiter. Nun verlange Volvo eine Erhöhung auf 37 % der Anteile an dem Gemeinschaftsunternehmen.

Die Aktien von Daimler-Chrysler gerieten heute an der Frankfurter Börse leicht unter Druck und notierten bis gegen Mittag mit 0,68 % im Minus bei 58,20 Euro.

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