Anteile kosten zwischen 10 bis 14 Euro
Wenig Interesse an Conergy-Aktien

Wirbel um die Emission der Hamburger Conergy AG: Der Anbieter für regenerative Energien muss auf Anraten der Konsortialbanken die Preisspanne kräftig nach unten korrigieren. Ursache hierfür ist das geringe Interesse von institutionellen Investoren sowie die Börsenverfassung.

lip HAMBURG. Die Hamburger Conergy AG, Anbieter von regenerativen Energien, hat auf Druck ihrer Konsortialbanken die Preisspanne für ihre Aktien deutlich niedriger als erwartet ansetzen müssen. Danach sollen die knapp 2,7 Mill. Aktien zwischen 10 bis 14 Euro kosten.

Noch vor zwei Wochen waren die konsortialführenden Banken in ihren Studien von deutlich höheren Preisspannen ausgegangen. So nannte die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim einen fairen Preis pro Aktie zwischen 19,50 und 22 Euro, die HSBC Trinkaus & Burkhardt von 16,40 und 19,30 Euro und die Hamburgische Landesbank von exakt 17 Euro.

Die HSBC begründet die jetzige Bookbuilding-Spanne damit, dass man auf das geringe Interesse von institutionellen Kunden an der Aktie reagiere. Zudem habe sich in den vergangenen Wochen die Börsensituation für Emissionen deutlich verschlechtert. Die Konsortialbank habe deshalb kurzfristig einen "Abschlag" bei der Bewertung vorgenommen.

Zeitpunkt des Börsenganges ist wichtiger als das Kapital

Trotz eines deutlich geringeren Emissionserlöses will Conergy den Gang an die Börse wagen. "Für uns ist der Zeitpunkt des Börsenganges entscheidener als die Höhe des eingenommenen Kapitals", erklärte ein Firmensprecher. Der Grund: Die Gesellschaft will möglichst schnell die rasant wachsenden Märkte besetzten, um ihre Stellung gegenüber Konkurrenten auszubauen.

Dass das Unternehmen eher auf den Zeitpunkt als auf das Wachstum schielt, belegt auch die Wahl des Börsensegments. Ursprünglich strebte die Gesellschaft ein Listing am Neuen Markt der Frankfurter Börse an. Das Börsensegment umfasst Unternehmen, die vor allem außerordentliche Wachstumsraten aufweisen. Bei dem Vorstandsvorsitzenden Hans-Martin Rüter haben nach eigenen Angaben hingegen die hohen Anforderungen in der Rechnungslegung für Smax-Werte sowie die Qualitätskriterien des Börsensegments den Ausschlag gegeben.

Die Conergy AG will mit dem eingeworbenen Börsenkapital in drei Bereichen Fuß fassen: Strom (Photovoltaik), Wärme (Solarthermie) und Wasser (unter anderem Aufbereitung von Regenwasser). Im Vordergrund steht der Aufbau des Geschäftsfeldes Photovoltaik: Der Anbieter setzt hierbei auf den Vertrieb von solaren Groß- sowie Kleinanlagen, die Strom erzeugen. Die Geräte sollen über ein bereits existierendes Franchisesystem vertrieben werden. 70 Partner habe man bereits gewonnen, heißt es.

Becks-Chef ist mit über 22 % beteiligt

Einzige Hemmschwelle bei der Expansion seien mögliche Engpässe beim Einkauf von Solarzellen sowie eine oligopolistische Anbieterstruktur, die bei Conergy zu einem erheblichen Margendruck führen könnte. Nach Angaben des Vorstandschefs hat das Unternehmen aber bereits Solarzellen auf Vorrat gekauft. Sie gewährleisten eine reibungslose Produktion für ein Jahr.

Das Unternehmen will den Umsatz 2001 auf 100 (25,6) Mill. DM steigern. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) lag 2000 bei minus 3,1 Mill. DM. Im Ebit erzielte Conergy einen Fehlbetrag von 3,4 Mill. DM. An der AG sind nach dem Börsengang unter anderem das Management mit 24 %, die 4R Private Equity KG mit 20,1 % sowie Dieter Ammer mit 22,3 % beteiligt. Ammer ist Vorsitzender der Geschäftsführung bei der Brauerei Beck & Co.

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