Anteilige Zahlung für TV-Rechte
Kirch bietet Bundesliga 20 Millionen Euro

Die insolvente Kirch-Gesellschaft Kirch-Media hat der Fußball-Bundesliga eine anteilige Zahlung für die im Mai fällige Rate angeboten, um die Ausstrahlung der letzten beiden Spieltage der laufenden Saison im Fernsehen sicherzustellen.

Reuters MÜNCHEN/MAILAND. "Für den 33. und 34. Spieltag hat Kirch-Media der DFL heute die Zahlung von mehr als 20 Mill. ? angeboten. Das entspricht anteilig den für diese Spieltage geschuldeten Betrag", teilte Kirch-Media am Freitag mit. Der Ligaverband DFL wollte sich zunächst nicht zu dem Angebot äußern und kündigte eine Stellungnahme für den frühen Nachmittag an. Die Liga hatte am Donnerstag gedroht, ohne Zahlungszusagen von Kirch-Media die Übertragung der letzten beiden Spieltage, an denen die Deutsche Meisterschaft entschieden wird, zu verhindern. Am 15. Mai muss Kirch-Media an die DFL eigentlich eine Rate von 100 Mill. ? für die Übertragungsrechte an der Fußball-Bundesliga zahlen. Der Verband verteilt das Geld dann an die Bundesligavereine, die zu einem Großteil von diesen Zahlungen finanziell abhängig sind. Besonders Zweitligisten könnten bei einem Wegfall der Gelder in Existenznot geraten. Nachdem Verhandlungen mit Gläubigerbanken und Gesellschaftern über die Bereitstellung von finanziellen Mitteln gescheitert waren, hatte KirchMedia aber am 8. April Insolvenz angemeldet.

Kirch-Media: Insolvenzrecht verlangt Gleichbehandlung

Das Insolvenzrecht verlange zwingend die Gleichbehandlung aller Gläubiger, erklärte die Mediengesellschaft. Daher könne KirchMedia die Fußball-Bundesliga bei fälligen Zahlungen nicht bevorzugen und nur einen Teil der Rate bezahlen. "Forderungen der DFL müssen genauso behandelt werden wie Forderungen von Handwerksbetrieben, Lieferanten, Arbeitnehmern und anderen Gläubigern der KirchMedia", hieß es in der Mitteilung.

Das Unternehmen strebe auch bei zukünftigen Übertragungen eine Zusammenarbeit mit der Bundesliga an. "Kirch-Media appelliert an die Liga, nicht mit dem schwarzen Schirm zu drohen, sondern konstruktiv an der Entwicklung einer zukunftsweisenden Lösung für den Bundesligafußball im deutschen Fernsehen mitzuwirken."

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte die Fernsehrechte für die Bundesligaspiele von 2000 bis 2004 Medienberichten zufolge für rund 1,53 Mrd. ? an die Kirch-Gruppe verkauft. Kirch selbst strahlt die Spiele live in dem PayTV-Sender Premiere sowie in Ausschnitten auf Sat.1 aus, hat die Rechte zu weiteren Übertragungen in bestimmter Form aber auch an andere Sender wie ARD und ZDF weiter lizenziert. Für die Produktion der Bilder ist aber allein die Kirch-Media zuständig, ohne sie könnten auch die anderen Sender keine Bundesliga-Bilder ausstrahlen.

Andere Sender bemühen sich nicht um TV-Rechte

Die ARD erklärte am Freitag, sie bemühe sich derzeit nicht um die Übertragungsrechte für die letzten beiden Spieltage der Bundesliga. "Die Frage stellt sich nicht. Wir setzen darauf, dass die DFL und die Kirch-Media eine Lösung im Interesse des Publikums finden", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Zum Saisonende gehe es offenbar nicht nur auf dem Platz dramatisch zu, sondern auch beim Rechtepoker. Die ARD habe zur DFL ein hervorragendes partnerschaftliches Verhältnis und strahle die Spiele im übrigen auch live im Hörfunk aus.

Auch der Privatsender RTL wollte sich am Freitag nicht in die Rechteverhandlungen einschalten. "Wir haben kein Interesse an der Übertragung der Bundesliga", sagte eine Sprecherin in Köln.

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