Anteilseigner fühlen sich hintergangen
Telekom will sich "energisch" gegen Sammelklage wehren

Zu dem Vorwurf, falsche und irreführende Angaben bei der Registrierung und im Börsenprospekt vorgelegt zu haben, wurde heute keine Stellung bezogen. Deutsche Telekom will in Tschechien expandieren

afp BONN/SAN FRANCISCO. Die Deutsche Telekom will sich "energisch" gegen eine Sammelklage enttäuschter Anteilseigner aus den USA wehren. Wegen des schwebenden Verfahrens wolle sich sein Haus aber nicht zu Details äußern, sagte Telekom-Sprecher Hans Ehnert am Donnerstag in Bonn der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatte die Anwaltskanzlei Milberg, Weiss, Bershad, Hynes & Lerach in San Francisco mitgeteilt, mehrere Anteilseigner der Telekom wollten gemeinsam vor Gericht ziehen, weil sie sich hintergangen fühlten.

Hintergrund ist die Übernahme des US-Mobilfunkanbieters VoiceStream, die der deutsche Telefonkonzern im Juli angekündigt hatte und seither über alle politischen und regulatorischen Hürden zu hieven versucht. Die Anleger monieren dem Anwaltsbüro zufolge, die Telekom habe das Vorhaben in einem Börsenprospekt im Juni verschwiegen, obwohl die Verhandlungen mit VoiceStream zu diesem Zeitpunkt bereits in einem "sehr fortgeschrittenen Stadium" gewesen seien. Die Nachricht vom milliardenschweren Kauf der US-Firma hatte den Telekom-Aktienkurs und die Bilanz seinerzeit stark belastet.

Die Kläger sind Eigentümer so genannter American Depository Receipts (ADR) der Telekom. ADRs sind keine regulären Aktien, sondern ein in den USA übliches Anrecht auf einen oder mehrere Anteilsscheine. Der Aktien-Ersatz wird ebenfalls an der Börse gehandelt und bewegt sich preislich meist in gleichen Bahnen wie die reguläre Aktie. An der Frankfurter Börse verlor die Aktie der Deutschen Telekom auf die Klagenachricht hin bis Donnerstagmittag 1,8 Prozent auf 38,21 Euro (74,73 DM).

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