Anteilseigner wollen das Datennetzbetreiber nicht weiter finanzieren
Investoren geben Riodata auf

Der Datennetzbetreiber Riodata GmbH, Mörfelden/Walldorf, hat beim Amtsgericht in Darmstadt Insolvenz angemeldet.

BERLIN. Riodata-Chef Alex Stadler begründete den Schritt gegenüber dem Handelsblatt mit dem unerwarteten Rückzug des Hauptanteilseigners (60 %) Spectrum Equity. Im Januar sei eine zweite Finanzierungsrunde bereits ausverhandelt gewesen. Als dann jedoch in Großbritannien das Telekom-Unternehmen Energis in ernste Schwierigkeiten geriet, "kam ein Meinungswechsel", sagte Stadler. Fast jeder alternative Netzbetreiber bestätigt, dass seither weltweit eine Kapitalflucht aus dem Telekom-Sektor eingesetzt hat. Es habe dann auch keine Rolle mehr gespielt, dass Riodata voll im Geschäftsplan liege und die Investitionspläne auf 15 % zusammengestrichen habe, sagte Stadler.

Riodata bietet seit September 2000 schnelle Internetzugänge für Unternehmen per DSL-Technik an und beschäftigt 180 Mitarbeiter.

Damit die etwa 2 800 Riodata-Unternehmenskunden nicht ohne eine Datennetzverbindung dastehen, werden die Kölner QSC und Colt Telecom einspringen. QSC wird 1 400 dieser Kunden die Übernahme der Dienste anbieten, Colt Telecom den übrigen, wie die Unternehmen dem Handelsblatt sagten. "QSC ist froh, dass wir diese Dienste den Kunden zukommen lassen dürfen", sagte eine Sprecherin. Die Aufteilung der Kundendatei zwischen Colt und QSC sei nach Städten erfolgt. Während der Umstellung wird Riodata seinen Betrieb aufrecht erhalten, und dann "den Laden schließen", so Stadler.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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