Anteilsverkauf
LTU fliegt ohne Swissair

Drei Jahre nach dem Einstieg der Schweizer Swissair-Gruppe beim Düsseldorfer Ferienflieger wird die gesellschaftsrechtliche Verbindung gekappt. British Airways will offenbar Stellen streichen

dpa ZÜRICH/DÜSSELDORF. Drei Jahre nach dem Einstieg der Schweizer Swissair-Gruppe beim Düsseldorfer Ferienflieger LTU wird die gesellschaftsrechtliche Verbindung gekappt. Für den symbolischen Preis von einem Euro werde der 49,9-prozentige LTU-Anteil an die Kölner Handelsgruppe REWE verkauft, teilte Swissair-Sachverwalter Karl Wüthrich am Freitag in Zürich mit. Das Paket soll dann an die Stadtsparkasse Düsseldorf weitergereicht werden. Das Kreditinstitut will die Anteile treuhänderisch bis zum Einstieg eines langfristigen Investors in den zweitgrößten deutschen Ferienflieger verwalten.

Die LTU war durch die Zahlungsunfähigkeit der Swissair in schwere finanzielle Turbulenzen geraten. Die Schweizer sollten die LTU-Verluste ausgleichen und die Modernisierung der Flugzeugflotte mittragen. Vor einer Woche verständigten sich in Düsseldorf Banken und Anteilseigner auf eine Rettungsaktion für die LTU-Airline. Neben der Anteilsübernahme durch die Stadtsparkasse ist vorgesehen, dass die REWE frisches Kapital zuführt. Die Landesregierung Nordrhein- Westfalen will die Sicherung des Traditionsunternehmens mit einer Landesbürgschaft in Höhe von rund 200 Millionen Euro begleiten.

Verluste von bis zu 934 Mill. DM

Für die Swissair-Gruppe entstehen durch den Anteilsverkauf Verluste von bis zu 700 Millionen Franken (934 Mio DM/ 477 Mio Euro). Es würden aber weitere Verluste in Höhe von 1,3 Milliarden Franken vermieden, erläuterte der Sachwalter. Vor allem müsse Swissair nicht mehr das gesamte finanzielle Risiko der LTU bis Ende 2005 tragen.

Die in der Verlustzone fliegende LTU will 2003 ein ausgeglichenes Ergebnis und ab 2004 Gewinne erzielen. Zur Rettung des Unternehmens tragen die 2300 Mitarbeiter bei. Das Gehalt des Boden- und Kabinenpersonals wurde um fünf Prozent gesenkt. Die 360 Piloten erhalten zehn Prozent weniger Gehalt. Auch die 30 leitenden Mitarbeiter verzichten auf zehn Prozent.

Unterdessen geht die Flottenmodernisierung weiter. Vom 1. April nächsten Jahres an werden 16 neue Airbus-Maschinen die LTU-Passagiere zu den Urlaubszielen bringen, teilte LTU-Airline am Freitag in Düsseldorf mit. Die LTU-Flotte umfasse im Sommer 2002 insgesamt 25 Maschinen, darunter sechs Boeing-Flugzeuge. Der Umbau zur reinen Airbus-Flotte werde Ende 2003 abgeschlossen.

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