Anthrax-Briefe können möglicherweise andere Postsendungen verseuchen
Krankenhausangestellte stirbt an Milzbrand

Die Zahl der Toten bei den Milzbrand-Anschlägen in den USA ist am Mittwoch auf vier gestiegen. In New York starb am Morgen eine 61 Jahre alte Krankenhausangestellte, die an Lungen-Milzbrand erkrankt war. Ein 51 Jahre alter Wirtschaftsprüfer aus New Jersey erkrankte an Hautmilzbrand.

ap NEW YORK/WASHINGTON. Die zwei neuen Milzbrandfälle schüren in den USA die Angst vor einer unkontrollierten Ausbreitung von Anthrax (Milzbrand). Erstmals wurden die Infektionen bei Personen diagnostiziert, die weder bei der Post, den Medien noch bei einer Regierungsbehörde gearbeitet haben. Möglicherweise können also Briefe mit den todbringenden Anthrax-Sporen doch andere Postsendungen verseuchen. Wissenschaftler hatten diese so genannt "Kreuz-Kontaminierung" bislang für äußerst unwahrscheinlich gehalten.

Die Zahl der Milzbrand-Infektionen in den USA stieg inzwischen auf 17. Bei den beiden mysteriösen Neuerkrankungen handelt es sich um eine 61 Jahre alte Krankenhausangestellte in New York, die an Lungenmilzbrand erkrankt ist, und um einen 51 Jahre alten Wirtschaftsprüfer aus New Jersey mit Hautmilzbrand. Anthony Fauci, Immunsystemexperte des Nationalen Gesundheitsinstitutes in den USA, sprach von wachsender Besorgnis über eine mögliche "Kreuz-Kontaminierung" nach den beiden neuen Fällen. Es müsse jetzt intensiv untersucht werden, ob sich die Menschen über eine Postsendung an ihre Privatadresse infiziert hätten.

Experten zeigten sich überrascht

Andere Experten zeigten sich überrascht von der Ausbreitung der Milzbrand-Fälle. "Die Kontaminierung, die durch diese Briefe möglich war, ist für mich ein Wecksignal", sagte der Epidemiologe Martin Hugh Jones von der Universität Louisiana. Die Gesundheitsbehörde CDC rückte nach dem New Yorker Lungen-Milzbrandfall von ihrer Einschätzung ab, dass eine zufällige Ansteckung mit Milzbrand unwahrscheinlich bis praktisch ausgeschlossen sei. CDC-Chef Jeffrey Kaplan bezeichnete diesen Vorgang nun als eine Möglichkeit. Mit der "Kreuz-Kontaminierung" ist ein Vorgang gemeint, in dem ein nicht verseuchter Brief in einem Verteilzentrum Milzbrandsporen aufnimmt und weiter verteilt.

Zwischen den Anschlägen vom 11. September und den Milzbrand-Fällen in den USA gibt es nach Angaben der Ermittler bislang keine nachgewiesene Verbindung. Wie die Bundespolizei FBI am Dienstag in Washington mitteilte, wurden in den von zwei mutmaßlichen Attentätern, Mohamed Atta und Waleed Alshehri, gefahrenen Autos keine Anthrax-Sporen gefunden. Die Untersuchungen seien in einem Labor in Miami gemacht worden.

In Washington wurden zwei weitere Postämter geschlossen und das Postministerium wies darauf hin, dass es eines Milliardenaufwandes bedürfen könne, um die Sicherheit von Postsendungen zu gewährleisten.

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