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Anthrax in Daschle-Brief besonders rein und gefährlich

Das Anthrax in dem Brief an US-Senator Tom Daschle ist nach neuen Erkenntnissen der Behörden deutlich feiner und gefährlicher als das in den anderen bisher bekannten Fällen.

dpa WASHINGTON. Das erklärte der Chef des Amts für Heimatschutz in den USA, Tom Ridge, am Donnerstag. Unterdessen wurde in Washington bekannt, dass auch ein Postmitarbeiter des Außenministeriums an Milzbrand erkrankte.

Ridge sagte, bisher seien die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die in New York, Florida und Washington eingegangen Anthrax- Erreger aus der selben Quelle stammten. Neue Tests zeigten aber, dass es doch Unterschiede gebe. "Es (das Anthrax an Daschle) ist rein und die Sporen sind kleiner und damit gefährlicher, weil sie leichter in die Lungenwege geraten können."

Er betonte, die Erreger seien aber nicht genetisch verändert worden. Damit könnten sie mit Antibiotika bekämpft und Infizierte behandelt werden. Zu Berichten, dass in dem Brief an Daschle "waffenfähige Anthraxsporen" waren, sagte Ridge, es sei lediglich klar, dass die Verantwortlichen Anthrax als Waffe eingesetzt hätten. Ridge bestritt zugleich Medienberichte, wonach die Erreger in der früheren Sowjetunion, dem Irak oder den USA produziert worden seien. Er wisse von keinen Tests, die darauf hinwiesen, sagte Ridge.

Nach Informationen der "Washington Post" kamen Experten zu dem Schluss, dass die Anthrax-Bakterien im Brief an Daschle durch einen Zusatz "tödlicher" gemacht wurden. Nur drei Staaten - die USA, die frühere Sowjetunion und Irak - hätten die Chemikalie entwickelt, dank der sich Sporen länger in der Luft hielten und leichter eingeatmet würden. Bisherige Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass die Sporen wahrscheinlich nicht in der Sowjetunion oder im Irak produziert worden seien, hieß es.

In Washington, wo der Brief an Daschle eintraf, hatten sich die Sporen in einem Kongressgebäude, in der zentralen Poststelle, sowie in den Poststellen des Weißen Hauses und des Außenministeriums verbreitet. In der zentralen Poststelle Brentwood starben zwei Mitarbeiter an Lungenmilzbrand, zwei weitere sind erkrankt, mehrere andere werden beobachtet.

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