Anti-Terrortruppen sind immer noch auf "Warlords" angewiesen
Bundesregierung besorgt um Afghanistans Verfassung

In der Bundesregierung sind Bedenken über die künftige Verfassung Afghanistans laut geworden. Bei der Erarbeitung des Entwurfs gebe es Bestrebungen, die Verfassung auf den Gesetzen der islamischen Scharia basieren zu lassen, hieß es am Mittwoch vor dem Besuch des afghanischen Außenministers Abdullah Abdullah in Berlin.

HB/dpa BERLIN. "Dann wären wir in einer schlechten Lage." Auch die Sicherheit im Land sei weiter gefährdet. Außenminister Joschka Fischer trifft Abdullah an diesem Donnerstag.

Die Sorge um die künftige Verfassung Afghanistans soll auch Thema bei dem Gespräches Fischers mit Abdullah sein. Derzeit wird ein Entwurf erarbeitet, der in Kürze der Öffentlichkeit vorgelegt werden soll. Dann soll die Große Ratsversammlung, die Loja Dschirga, einen endgültigen Text verbeschieden. Für Sommer 2004 sind in Afghanistan freie Wahlen geplant. Das Land sei aber weiterhin "ein schwacher Staat mit einer starken Subgesellschaft".

Aus der Bundesregierung hieß es weiter, die internationalen Anti- Terror-Truppen seien immer noch auf die Unterstützung von regionalen Warlords (Kriegsherren) angewiesen. Der Aufbau der nationalen Armee und einer kompetenten Polizeitruppe müsse daher vorangetrieben werden. Wie früher die Taliban profitiere nun die große Mehrheit der Warlords vom Drogenhandel. Die Drogenproduktion sei alarmierend angestiegen. Afghanistan sei wieder der größte Produzent von Opium. Die Staatengemeinschaft müsse ihr humanitäres Engagement stärker in die Regionen hinein ausdehnen. "Die internationale Gemeinschaft muss in die Provinzen gehen", hieß es. Die Fortschritte in der afghanischen Wirtschaft beschränkten sich im Wesentlichen auf die Hauptstadt Kabul.

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