Antisemitismus-Vorwürfe
Walser erwägt Umzug nach Österreich

Anhaltende Antisemitismus-Vorwürfe und Kritik an seinem jüngsten Buch lassen den Schriftsteller Martin Walser über einen Umzug nach Österreich nachdenken.

Wiwo/AP MÜNCHEN. "Das alles weckt in mir den Wunsch, mich außerhalb dieser Grenze zu begeben", sagte Walser dem Wiener Nachrichtenmagazin "News": "Ich wandere innerlich andauernd aus."

Die Zeitschrift zitierte Walser am Dienstag: "Ständig denke ich: Nichts wie weg. Entfernung würde helfen. Vorarlberg ist ja nicht weit und ein schönes Land." Seine Vorfahren seien erst 1720 aus dem großen Walsertal hergezogen, sagte der am deutschen Bodensee-Ufer lebende Autor.

Über seinen künftigen Wohnort will Walser laut "News" in rund zwei Wochen entscheiden. Dann sei absehbar, wie sich die Kontroverse um sein neues Buch entwickle. Der noch unveröffentlichte Roman "Tod eines Kritikers" handelt von einem jüdischen Star-Kritiker, der scheinbar einem Mord zum Opfer fällt. Die Kontroverse war von "FAZ"-Herausgeber Frank Schirrmacher ausgelöst worden, als er einen Vorabdruck des Romans ablehnte.

Schirrmacher warf Walser eine Abrechnung mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki vor, die mit "antisemitischen Klischees" operiere.

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