Antje Buschschulte im Finale - Nicole Hetzer ausgeschieden
Anne Poleska schwimmt zu Bronze

Der Tag begann mit einer weiteren Pleite durch Hannah Stockbauer, doch er endete mit einem Hoffnung machenden Halbfinale und einer Überraschungsmedaille: Während Antje Buschschulte über 200 Meter Rücken überzeugend ins Finale einzog, gewann die Essenerin über 200 m Brust auf den dritten Rang.

HB ATHEN. Der Tag begann mit einer weiteren Pleite durch Hannah Stockbauer, doch er endete mit einer Überraschungsmedaille: Die Essenerin Anne Poleska schwamm über 200 m Brust nach einem tollen Schlussspurt in neuer deutscher Rekordzeit auf den dritten Rang und bescherte dem deutschen Schwimm-Team damit die zweite Medaille. "Ich habe die Flucht nach vorne angetreten", sagte sie, "wer auf der letzten Bahn am wenigsten stirbt, gewinnt."

Poleska schlug nach 2:25,82 Minuten an. "Das ist wahnsinnig", jubelte die Essenerin Poleska nach Bronze und deutschem Rekord (2:25,82) über 200 m Brust.Die Goldmedaille sicherte sich die Amerikanerin Amanda Beard, die in 2:23,37 Minuten ihren eigenen Weltrekord verbesserte. Silber ging an die Australierin Leisel Jones (2:23,40).

Ebenfalls für einen Lichtblick im deutschen Team sorgte Antje Buschschulte über 200 m Rücken. Die Magdeburgerin erzielte am Donnerstag im Halbfinale in 2:10,66 Minuten die viertschnellste Zeit und qualifizierte sich damit locker für das Finale. Es war zugleich persönliche Bestzeit für Buschschulte. Nicole Hetzer aus Burghausen verpasste dagegen als Elfte in 2:13,01 Minuten den Sprung in den Endlauf.

US-Boy Michael Phelps krönte sich über 200 m Lagen in 1:57,14 Minuten mit seinem vierten Gold schon vor den beiden letzten Wettkampftagen zum Schwimm-König von Athen. Bei bisher sechs Finals hat Phelps außerdem zwei Mal Bronze gewonnen. Hannah Stockbauer war fix und fertig. 8:38,17 Minuten - das war 7,5 Sekunden langsamer als bei den deutschen Meisterschaften. Vor einem Jahr hatte die 22 Jahre alte Erlangerin bei der Weltmeisterschaft in Barcelona noch mit Gold über 400, 800 und 1500 m triumphiert. Hannah Stockbauer: "Ich habe keine Erklärung." Sie war nur noch traurig.

"Irgendetwas ist mit Hannah nicht in Ordnung", sagte Verbandspräsidentin Christa Thiel, "ich bin hundertprozentig überzeugt, dass sie die Leistung drauf hat. Aber sie hat im Moment nicht die Kraft, das umzusetzen. Sie lässt sich aber nicht hängen und auch nicht gehen." Ein Auseinanderbrechen des Teams vor den letzten zwei Wettkampftagen befürchtet sie nicht: "Ich bin ganz sicher, die Mannschaft steht total zueinander."

Cheftrainer Ralf Beckmann ("Da haben wir einen weiteren Brocken zu verdauen") hat Hannah Stockbauer und allen anderen Athleten, die in Athen einen starken Leistungsabfall zu verzeichnen hatten, einen medizinischen Check angeboten. "Um auszuschließen, dass etwas in ihr ist, was keiner sieht und was sie nicht spürt", so Beckmann, "das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Ich kann im Moment nur von meiner Empfindung her sagen, die sind alle gesund."

Der Amerikaner Aaron Peirsol wurde wegen angeblichen Wendefehlers zunächst disqualifiziert, nach einem erfolgreichen Protest nachträglich aber wieder zum Olympiasieger über 200 m Rücken erklärt. Zweiter wurde der Österreicher Markus Rogan, der sich über das zwischenzeitliche Gold nicht freuen konnte: "Ich bin mit dem Resultat nicht zufrieden. Einen Freund ungerecht behandelt zu sehen, ist furchtbar." Gold über 100 m Freistil holte in 53,84 Sekunden die Australierin Jodie Henry.

Eine bittere Niederlage musste Russlands Star Alexander Popow hinnehmen. Der 32 Jahre alte Weltrekordler, Weltmeister und Europameister schied zum Abschluss seiner Karriere als 18. über 50 m Freistil schon im Vorlauf aus. Auch 100-m-olympiasieger Pieter van den Hoogenband war als Vorlauf-17. aus dem Rennen.

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