Anträge können bis 31. Dezember 2002 gestellt werden
Katholische Kirche startet Zwangsarbeiter-Entschädigungsprogramm

dpa MÜNCHEN. Die katholische Kirche in Deutschland hat ihr eigenes Programm zur Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern in ihren Einrichtungen gestartet. Die Namen von rund 200 Betroffenen seien herausgefunden worden, teilte der kirchliche Suchdienst am Mittwoch in München mit. Sechs Anträge auf Entschädigung seien eingegangen. Mit ersten Auszahlungen sei noch vor Jahresende zu rechnen. Für die Entschädigung stellt die Kirche 5 Mill. DM bereit. Weitere 5 Mill. DM sollen der Versöhnungsarbeit kirchlicher Organisationen zukommen.

Die katholische Kirche hatte sich dagegen entschieden, wie die evangelische Kirche in den Fonds der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" einzuzahlen. Darüber wollen die deutsche Wirtschaft und der Staat 10 Mrd. DM für die Entschädigung von Zwangsarbeitern bereitstellen. Die Hauptvertretung des Deutschen Caritasverbandes in München ist von der katholischen Kirche mit der Organisation der Zahlungen betraut worden.

Den Angaben zufolge waren während der NS-Zeit rund 10 000 Zwangsarbeiter in kirchlichen Einrichtungen beschäftigt. Davon dürften nur noch zwischen 300 und 1 000 am Leben sein, hieß es. Die meisten Zwangsarbeiter kamen aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion, manche aus Italien, Holland und Belgien. Die Betroffenen sollen in der Regel je 5 000 DM Entschädigung erhalten. Anträge können bis 31. Dezember 2002 gestellt werden.

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