Antrag hat sich erledigt
Kirch-Gruppe zieht Antrag für EM.TV-Einstieg zurück

Der neue EM.TV-Chef Werner Klatten hatte bereits im Juli angekündigt, dass die Kirch-Gruppe ihre geplante Beteiligung reduzieren wolle.

dpa MüNCHEN/BONN. Die Kirch-Gruppe hat ihren Antrag beim Bundeskartellamt auf Genehmigung des geplanten Einstiegs bei dem angeschlagenen Medienunternehmen EM.TV zurückgezogen. Das bestätigte der Sprecher des Bundeskartellamts, Stefan Siebert, am Dienstag in Bonn. Die Kirch-Gruppe hatte sich ursprünglich die Übernahme von 16,74 % der Aktien und 25,1 % der Stimmrechte von EM.TV genehmigen lassen wollen. Da sich die Kirch-Gruppe aber wie bereits angekündigt nicht mehr in diesem Umfang beteiligen will, hat sich der Antrag in der bisherigen Form erledigt.

Der neue EM.TV-Chef Werner Klatten hatte bereits im Juli angekündigt, dass die Kirch-Gruppe ihre geplante Beteiligung reduzieren wolle. Als Größenordnung der künftigen Kirch-Beteiligung nannte er zehn bis 15 %. Die Kirch-Gruppe und EM.TV wollten sich am Dienstag zunächst nicht zur künftigen Beteiligung der KirchGruppe an EM.TV äußern. Klatten tritt sein Amt in den nächsten Wochen als Nachfolger von Thomas Haffa offiziell an.

Vor dem Rücktritt Haffas hatte sich der Einstieg der KirchGruppe bei EM.TV immer wieder verzögert. Für eine Genehmigung des Kartellamts hätte EM.TV die 45-prozentige Beteiligung am Kirch- Konkurrenten Tele München Gruppe (TMG) verkaufen müssen. Die Verhandlungen mit TMG-Chef Herbert Kloiber, der umfassende Mitspracherechte hat, gestalteten sich jedoch schwierig. Nach Informationen aus Branchenkreisen hatte Kloiber, der als Erzrivale von Leo Kirch gilt, mehrere Kaufinteressenten abgelehnt.

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