Antrag mit dem Erhalt der Pressevielfalt begründet
Holtzbrinck beantragt Ministererlaubnis

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck will die vom Bundeskartellamt untersagte Übernahme der "Berliner Zeitung" nun über eine Ministererlaubnis durchsetzen.

Reuters STUTTGART. Das Bundeswirtschaftsministerium sei über die Absicht schon informiert worden und habe eine objektive Prüfung zugesagt, teilte die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck am Mittwoch in Stuttgart mit. Nach Medienberichten hatte das Ministerium einen Antrag auf Ministererlaubnis als kaum aussichtsreich bezeichnet. Der Antrag werde mit dem Erhalt der Pressevielfalt begründet, ergänzte Holtzbrinck. "Die in Berlin erscheinenden Zeitungen sind in dem strukturell schwachen Markt insgesamt nicht finanzierbar."

Die Verlagsgruppe gibt neben dem "Handelsblatt", der "Zeit" und diversen Regionalzeitungen auch den Berliner "Tagesspiegel" heraus. Von Gruner+Jahr will sie nun die vor allem im Osten Berlins verbreitete "Berliner Zeitung" übernehmen. Beide Zeitungen sollen redaktionell unabhängig bleiben, im Verlag aber zusammenarbeiten. Holtzbrinck warf dem Bundeskartellamt erneut eine falsche Entscheidung und zudem rechtliche Fehler vor. Man behalte sich daher auch vor, die Absage der Fusion vor dem Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf überprüfen zu lassen. Das Kartellamt habe weder die Konkurrenzsituation auf dem Berliner Markt noch die Dominanz des Axel Springer Verlags ("Berliner Morgenpost", "Bild", "B.Z.") auf dem Berliner Anzeigenmarkt berücksichtigt.

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