Antwort auf Vorschlag in Atomstreit erwartet
Nordkorea setzt USA unter Druck

Nordkorea hat die USA zu einer Antwort auf seinen Vorschlag zur Beilegung des Atomstreits gedrängt. Bislang seien keine Neuigkeiten aus Washington gekommen, meldete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Montag.

Reuters SEOUL/WASHINGTON. Nordkorea hatte angeboten, sein Atomprogramm auszusetzen, wenn die USA ihre als feindlich bezeichnete Haltung aufgäben. Die USA wollen in dem seit Monaten anhaltenden Atomstreit der "New York Times" zufolge den Export von waffenfähigem Atommaterial durch Nordkorea verhindern und ändern damit offenbar ihre Politik gegenüber dem kommunistischen Land. Bislang war es erklärte US-Politik, Nordkorea von der Produktion von Plutonium oder hochangereichertem Uran abzuhalten.

"Wenn die USA nicht positiv auf den kühnen Vorschlag der DPRK (Demokratische Volksrepublik Korea) antworten, werden sie verantwortlich dafür gemacht werden, wenn die Bemühungen um einen Dialog scheitern und sich die Lage verschlechtert", meldete KCNA. Die Agentur berief sich auf einen Bericht der staatlichen nordkoreanischen Zeitung "Rodong Sinmun". Die USA hätten ihre alte Aussage wiederholt, die DPRK solle vor Beginn eines Dialogs ihr Atomprogramm aufgeben. Einen neuen Vorschlag hätten die USA nicht unterbreitet.

Nordkorea hatte in Gesprächen mit den USA zudem angeboten, seine Tests mit ballistischen Raketen auszusetzen und Raketenexporte zu stoppen. Im Gegenzug will Nordkorea freie Öllieferungen, Energielieferungen, Handel und normale Beziehungen mit den USA.

Nach US-Angaben hatte Nordkorea bei dem Treffen Mitte April in Peking erklärt, es verfüge über Atomwaffen. Die USA werfen dem Land seit langem den Besitz von Massenvernichtungswaffen vor. US-Präsident George W. Bush hatte Nordkorea zusammen mit Iran und dem Irak unter der Führung des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein als "Achse des Bösen" bezeichnet.

Das Augenmerk der US-Regierung auf Plutonium-Exporte Nordkoreas geht der "New York Times" zufolge auf Schlussfolgerungen des Geheimdienstes zurück. Danach könne nicht sichergestellt werden, ob Nordkorea mit der Aussage, es verfüge über Atomwaffen, geblufft habe. Bush habe erklärt, die zentrale Sorge sei nicht, was Nordkorea an atomaren Material besitze, sondern wohin dies gehe, erfuhr die Zeitung aus Kreisen, die mit einem Gespräch Bushs mit dem australischen Ministerpräsidenten John Howard vertraut sind. "Er (Bush) geht sehr pragmatisch damit um, und die Wahrheit ist, dass wir möglicherweise nicht das Ausmaß dessen, was sie (die Nordkoreaner) produzieren, erfahren werden. Daher liegt der Fokus darauf, dass das Plutonium nicht weiter verbreitet wird", hieß es in den Kreisen weiter.

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