Anwältin: Türkei verletzt Menschenrechte
„Kalif von Köln“ wehrt sich gegen Auslieferung

Der als "Kalif von Köln" bekannte Islamistenführer Metin Kaplan wehrt sich weiterhin gegen seine geplante Auslieferung an die Türkei. Seine Anwältin nannte eine Auslieferung am Mittwoch unzulässig.

HB/dpa BERLIN. In der Türkei würden nach wie vor Menschenrechte verletzt, sagte Ingeborg Naumann. Sie habe dem Oberlandesgericht Düsseldorf ihre Bedenken mitgeteilt. Es prüft, ob eine Auslieferung Kaplans rechtmäßig ist. Eine Entscheidung wird im Frühsommer erwartet.

Kaplan hatte bis März eine vierjährige Gefängnisstrafe verbüßt. Wegen seiner möglichen Auslieferung an die Türkei blieb er aber in Haft. Er hatte zur Ermordung eines Rivalen aufgerufen. Dieser wurde danach von Unbekannten erschossen. Eine direkte Tatbeteiligung konnte Kaplan nicht nachgewiesen werden. Die Türkei will Kaplan wegen Hochverrats vor Gericht stellen. Kaplan-Gefolgsleute sollen 1998 einen Anschlag auf das Atatürk-Mausoleum in Ankara geplant haben. Kaplan wollte mit seiner inzwischen auch in Deutschland verbotenen Organisation "Kalifatsstaat" die Türkei in einen islamistischen Staat nach dem Vorbild Irans verwandeln. Sollte die Justiz der Auslieferung zustimmen, liegt das letzte Wort der Anwältin zufolge bei der Bundesregierung.

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