Anwalt sieht Zahlungen an NS-Zwangsarbeiter gefährdet
Berufungsgericht greift nicht in Streit um Sammelklage ein

ap NEW YORK. Die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter ist weiter offen: Ein New Yorker Berufungsgericht lehnte am Dienstag den Antrag des Opferanwalts Burt Neuborne ab, in ein Verfahren einzugreifen, dessen Gegenstand als Haupthindernis für die Zahlungen an bis zu 1,5 Millionen hochbetagte Opfer gilt. Neuborne hatte gegen das Urteil von Richterin Shirley Kram vor rund zwei Wochen protestiert, in der sie die Abweisung einer Sammelklage gegen deutsche Banken ablehnte.

Kram hatte am Freitag in einem Brief an das Berufungsgericht auf einen Brief von Neuborne verwiesen. In diesem hatte Neuborne erklärt, in einer Sondersitzung des Kuratoriums der Bundesstiftung `Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" solle am Mittwoch in Berlin geklärt werden, ob die Stiftung ein adequates Mittel zur Entschädigung der Zwangsarbeiter sei oder ob die Stiftung aufgelöst werden müsse.

Kram hatte bereits am 7. März die Abweisung der Klage abgelehnt, damals mit der Begründung, die deutsche Wirtschaft habe ihren Fünf-Milliarden-Mark-Beitrag zur Entschädigung nicht beisammen. Vor zwei Wochen erkannte Kram ausdrücklich an, dass die Wirtschaft die Summe inzwischen gesammelt habe. Sie habe auch großes Verständnis für den Wunsch der betagten ehemaligen Zwangsarbeiter, endlich eine Entschädigung zu erhalten, sagte sie. Doch könne sie die Klage noch nicht abweisen, weil nicht ausgeschlossen sei, dass einige Opfer leer ausgehen würden.

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