Anzahl der Kassen muss sich verringern: Schröder für Erhalt der Privatkassen

Anzahl der Kassen muss sich verringern
Schröder für Erhalt der Privatkassen

In der Debatte über die Gesundheitsreform hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dafür ausgesprochen, dass gesetzliche und private Krankenversicherungen weiter nebeneinander bestehen können.

Reuters ERLANGEN. Die Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sei sinnvoll, sagte Schröder am Dienstag bei einer Siemens-Betriebsversammlung in Erlangen. "Die beiden können nebeneinander bestehen und sollen es auch", fügte der Kanzler hinzu. Über Abgrenzungen und Geschäftsfelder beider Systeme müsse man aber immer wieder mal reden. Die Rürup-Kommission zur Reform der sozialen Sicherungssysteme diskutiert nach Angaben aus Kommissionskreisen derzeit, den privaten Versicherern das Geschäft mit Kranken-Vollversicherungen zu entziehen. Sie sollen nach den Plänen des Kommissionsmitgliedes Karl Lauterbach nur noch für Zusatzversicherungen zuständig sein. Eine Entscheidung sei in der Kommission aber noch nicht gefallen.

Kanzler: Zahl der gesetzlichen Kassen muss sich verringern

Der Kanzler forderte weiter, dass mehr gesetzliche Krankenkassen miteinander fusionieren müssten. "300 (Krankenkassen), das ist bei weitem zuviel", sagte er bei der Versammlung des Siemens-Bereichs Medical Solutions. Der Konzentrationsprozess unter den gesetzlichen Kassen müsse daher fortgesetzt werden. Dadurch könnten die Verwaltungskosten gesenkt und die Qualität der Versorgung verbessert werden.

Die Kosten im Gesundheitswesen könnten auch durch eine stärkere elektronische Vernetzung von Krankenhäusern gesenkt werden, sagte der Kanzler weiter. Schröder hatte vor einigen Tagen in seiner Regierungserklärung angekündigt, zur Senkung der Lohnnebenkosten auch Einschnitte im Gesundheitswesen vorzunehmen. Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD) will im Mai einen Gesetzentwurf für eine umfassende Gesundheitsreform vorlegen.

Pierer: Technischer Fortschritt macht Medizin nicht teurer

Der Siemens-Vorstandsvorsitzende Heinrich von Pierer sagte, es sei eine weit verbreitete Fehleinschätzung, dass der technologische Fortschritt in der Medizintechnik die Kosten im Gesundheitswesen explodieren lasse. "Dieser Eindruck ist falsch", sagte er. Eine stärkere Vernetzung von Krankenhäusern könne die Kosten dort um 20 bis 30 Prozent senken. Nur wenige Kliniken speicherten bisher Krankenakten, Röntgenbilder oder Rezepte elektronisch ab, was die Verwaltungskosten senke. Auch neue Behandlungsgeräte könnten die Kosten verringern, etwa Computertomographen, die das Körperinnere in dreidimensionalen Bildern erfassen könnten. Dieses Verfahren könne bei einigen Patienten eine Katheteruntersuchung des Herzens ersetzen und mache damit längere stationäre Aufenthalte im Krankenhaus überflüssig.

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