Anzahl und Zeitpunkt der Einführung aber noch unklar
Neue Endungen für Internet-Adressen beschlossen

Mehr als sechs neue Top-Level-Domains werden voraussichtlich nicht eingeführt.

ap YOKOHAMA. Das Gremium zur Verwaltung der Internet-Adressen (ICANN) hat am Wochenende in Japan zum ersten Mal seit den 80er Jahren der Zulassung neuer Endungen zugestimmt. Allerdings steht noch nicht fest, wie viele und welche zusätzlichen Endungen es bei den so genannten Top-Level-Domains (TLD) künftig geben wird.

Der einstimmige Beschluss des 19 Mitglieder umfassenden ICANN-Vorstands wurde zwar begrüßt, allerdings wurde kritisiert, dass noch keine klaren Richtlinien zur Einführung der neuen Adressen bestehen. "Zu viel wurde offen gelassen", erklärte auch Esther Dyson, Mitglied des ICANN-Vorstands. Als Stichdatum wurde der 31. Dezember genannt. Vermutlich werden es aber höchstens sechs neue Endungen sein.

Rechts- und Marktschutzfragen standen im Vordergrund der vertägigen Konferenz. So wurde diskutiert, ob beispielsweise die Zulassung von amazon.shop gegen den Markenschutz von dem inzwischen eingeführten Unternehmen amazon.com verstoßen könnte. Das Fehlen klarer Regelungen könne später einmal dem ganzen Internet schaden, kritisierte die Rechtsberaterin Eileen Kent. ICANN müsse stärker regulierend eingreifen, forderte sie. So könnten auch erst einmal nur ein oder zwei neue Endungen zugelassen werden, um dann aus den Erfahrungen bei deren Einführung zu lernen. "Sonst kann es eine Welle von Klagen geben."

Über die Einführung neuer Top-Level-Domains wird seit Jahren gestritten. Im Gegensatz zu den Ländercodes einer Internet-Adresse, beispielsweise .de für Deutschland oder .fr für Frankreich, die zum größten Teil erst in den 90er Jahren eingeführt wurden, gab es bei den TLDs seit Ende der 80er Jahre keine Änderungen. Im Gespräch sind jetzt unter anderem .travel für Reisebüros .banc für Kreditinstitute oder .shop für E-Commerce-Adressen.

>> Stimmen aus der New Economy zu den neuen Domain-Kürzeln

Der Bedarf an neuen Endungen im Internet ist offenbar groß. So teilte das britische Unternehmen CentralNic (http://www.centralnic.com) mit, dass es für in Europa oder den USA aktive Firmen neue Endungen wie eu.com und us.com eingerichtet habe. Allein in Großbritannien seien in der ersten Woche 5 000 Domain-Namen mit der Endung eu.com registriert worden.



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