Anzeichen für eine weitere Eintrübung
Schlechte US-Arbeitsmarktzahlen schüren Rezessionsängste

ddp-vwd WASHINGTON. In den USA mehren sich nach Bekanntgabe der neuen Arbeitsmarktzahlen die Anzeichen für eine weitere Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten. Im September habe sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 199 000 verringert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Das ist der stärkste Rückgang der Beschäftigtenzahlen seit mehr als zehn Jahren. Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei der Marke von 4,9 Prozent, dem höchsten Stand seit 1997. Experten machten nicht nur das gesamtwirtschaftliche Umfeld für die schlechten Zahlen verantwortlich, sondern auch die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen den Angaben zufolge um 0,2 Prozent oder 3 US-Cents auf 14,44 Dollar. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit habe sich mit 34,1 Stunden im Vergleich zum August um sechs Minuten erhöht.

Der hohe Beschäftigungsabbau vom September sei vor allem in jenen Branchen vorangeschritten, deren Beschäftigungssituation sich auch in den vorangegangenen Monaten schwach gezeigt habe, erklärte das Ministerium. Ein Großteil der Jobs sei im Dienstleistungssektor verloren gegangen. Allein in diesem Bereich brachen 102.000 Stellen weg, während das Verarbeitende Gewerbe 93.000 Arbeitsplätze gestrichen habe.

Steigende Arbeitslosenquote befürchtet

Beobachter zeigten sich besorgt über die schwachen Daten, da sich die ohnehin ungünstige Entwicklung am Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten voraussichtlich noch durch die ökonomischen Folgen der Attentate zuspitze. Einige Experten erwarteten einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf etwa sechs Prozent. Erst im kommenden Jahr werde sich der Wert wieder stabilisieren.

Unklar bleibt in diesem Zusammenhang vor allem auch die Reaktion der US-Verbraucher auf die verschlechterte Beschäftigungssituation. Zuletzt war die robuste Konsumnachfrage als Hauptpfeiler der US-Konjunktur angesehen worden und hatte ein Abgleiten in eine Rezession verhindert. Vor diesem Hintergrund wird mit einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank Anfang November gerechnet. Auch die Vorbereitungen für das geplante milliardenschwere Konjunkturprogramm der Regierung dürften sich angesichts der düsteren Lage am Arbeitsmarkt beschleunigen.

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