Anzeigengeschäft schwächelt
Zeitschriftenverleger sehen keine Trendwende

Nach dem Einbruch im Anzeigengeschäft auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt ist nach Einschätzung der Verleger noch keine Trendwende in Sicht.

dpa BERLIN. Vor allem der Rückgang der Werbung von Unternehmen aus Internet und Telekommunikation habe zu einem Minus von teilweise bis zu 20 % bei den Anzeigenerlösen geführt, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Hubert Burda, am Mittwoch in Berlin.

Nach den Anschlägen in den USA am 11. September habe es zusätzlich "Stornos gehagelt", sagte Burda. Es gebe aber keinen Grund, in das "Rezessionsgerede" einzustimmen. "Schlechte Zeiten für Kaufleute sind allerdings gute Zeiten für Journalisten", sagte Karl Dietrich Seikel, Geschäftsführer des Spiegel-Verlags und im VDZ-Vorstand für die Publikumszeitschriften zuständig. So rechne er in diesem Jahr zum Beispiel beim "Spiegel" mit einem Auflagenplus von sechs Prozent.

Nach Angaben des VDZ lag in den ersten neun Monaten dieses Jahres das Werbevolumen bei brutto 23,8 Mrd. DM (12,1 Mrd.. Euro). Zwar müssen die Publikumszeitschriften bei Anzeigenerlösen von 5,7 Mrd. DM brutto nur ein Minus bei von 0,6 % verkraften. Ohne die in diesem Jahr erstmalig aufgenommenen Titel belaufe sich das Minus jedoch auf 5,4 %.

In den Boom-Segmenten des vergangenen Jahres sind die Erlöse den Angaben zufolge stark rückläufig. Auf der Verliererseite stünden die aktuellen Zeitschriften und Nachrichtenmagazine (minus 12 %), die Programmzeitschriften (minus 9 %) und die Wirtschaftpresse (minus 13 %). Zu den Umsatz-Gewinnern gehören die Frauenzeitschriften (plus sieben Prozent), die Lifestyle-Magazine (plus neun Prozent) und die Wohnzeitschriften (plus fünf Prozent).

Auch die Fachpresse blickt nach Angaben des VDZ eher verhalten in die Zukunft. So richten sich etwa zwei Drittel der rund 630 Fachverlage mit ihren 3 500 Titeln auf stagnierende Vertriebserlöse im kommenden Jahr ein. Die konfessionelle Presse mit seinen 58 Titeln habe gemischte Gefühle. Die Einstellung des Magazins "Weltbild" sei ein schwerer Schlag für diese Gattung gewesen.

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