Anziehendes Geschäft erwartet
Beru baut auf seine Glühkerzen

Der Autozulieferer Beru rechnet nach einem stagnierenden Umsatz in den ersten sechs Monaten seines Geschäftsjahres 2002/03 für die Wintersaison mit einem anziehenden Geschäft.

Reuters LUDWIGSBURG. In der kalten Jahreszeit profitiere Beru gewöhnlich von der steigenden Nachfrage nach Glühkerzen und Kaltstarttechnologie im Ersatzteilgeschäft, das höhere Margen verspreche, erläuterte ein Sprecher am Donnerstag in Ludwigsburg. "Wir beten nur um kaltes Wetter", sagte Vorstandschef Ulrich Ruetz. Überdies liefen zwei Großaufträge für VW und für französische Hersteller an. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Beru weiter mit einem Umsatzwachstum von ein bis 1,5 %. Das um Einmalerträge bereinigte Ergebnis werde sich im gleichen Maße verbessern. Die für den Herbst geplanten Zukäufe habe Beru zunächst verschoben, sagte der Sprecher.

"Wir glauben, dass wir den Rekordumsatz des Vorjahres und das bereinigte Ergebnis übertreffen können", sagte Vorstandschef Ulrich Ruetz in einer Telefonkonferenz. Von Anfang 2003 liefere Beru für den neuen VW Golf sein Diesel-Schnellstartsystem und ein Innenraum-Zuheizsystem sowie Zündspulen an Renault.

In den ersten sechs Monaten bis Ende September habe der Umsatz leicht auf 140,3 von 139,8 Mill. Euro im Vergleichszeitraum zugelegt. Das Ergebnis nach Steuern habe mit 17,9 Mill. Euro um fast sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Der Sanierungsaufwand für die Tochterfirmen F1 Harness Systems und die ungarische Remix hätten das Ergebnis mit 1,9 Mill. Euro belastet. Nun sei deren Restrukturierung aber weitgehend abgeschlossen. Der Verkauf von Anteilen an den US-Unternehmen Impco und Stoneridge, denen Beru keine strategische Bedeutung mehr zumisst, habe im Gegenzug 3,8 (Vorjahr 3,1) Mill. Euro eingebracht.

Im zweiten Quartal sei der Überschuss bei geringerem Umsatz auf 9,7 (11,7) Mill. Euro zurückgegangen. "Beru blieb vom schwachen Branchenumfeld nicht verschont", erklärte der Autozulieferer. Die für die Zulieferbranche auf überdurchschnittlichem Niveau liegende Umsatzrendite vor Steuern und Zinsen, die aber auf 14,5 von 16,1 % schrumpfte, werde sich in den nächsten Quartalen wieder deutlich verbessern. Ziel sei eine Rendite über dem Vorjahresniveau von 16,8 %. Die ersten sechs Wochen des dritten Quartals hätten sich besser entwickelt als geplant.

Zukäufe auf die lange Bank geschoben

Die geplanten Zukäufe, die ein Umsatzvolumen von 60 bis 70 Mill. Euro bringen sollten, hat Beru zunächst verschoben. Die ins Auge gefassten Unternehmen, die das Kerngeschäft in Europa stärken sollten, hätten ihre Ziele in der Branchenkrise nicht erreicht und die Kaufpreise deswegen nicht gerechtfertigt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres im März 2003 sollen die Zukäufe aber unter Dach und Fach gebracht werden. "Die Zeit spielt eher für uns", sagte der Sprecher.

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