AOK-Chef stellt Forderungen
Gesundheitsreform soll Krankenkassen entlasten

Der AOK-Vorstandsvorsitzende Hans Jürgen Ahrens hat gefordert, die Krankenkassen bei der geplanten Gesundheitsreform 2003 um mehrere Milliarden Euro zu entlasten. Zugleich appellierte er an SPD und Union, die Reform gemeinsam zu schultern.

dpa BERLIN. "Ein solches Riesenwerk muss parteiübergreifend angegangen werden", sagte Ahrens in einem dpa-Gespräch. Nach der breiten Erhöhungswelle zum Jahreswechsel rechnet Ahrens für dieses Jahr mit weitgehend stabilen Beiträgen. Für 2003 wollte er keine Prognose abgeben.

Ahrens äußerte sich positiv zu den im SPD-Wahlprogramm skizzierten Reformplänen. "Viele Punkte decken sich mit unseren Forderungen." Allerdings seien die brisanten Finanzfragen bisher ausgeklammert. Er warf der Politik vor, den Kassen in den vergangenen Jahren Zusatzlasten in Höhe von rund fünf Milliarden Euro aufgebürdet zu haben. Dies müsse bei der Gesundheitsreform rückgängig gemacht werden. Auch müssten die Kassen von versicherungsfremden Leistungen entlastet werden. Dies werde die Finanzlage der Kassen über mehrere Jahre entspannen.

Eine Absage erteilte Ahrens den Plänen der Union, nach Vorbild der privaten Kassen auch in der gesetzlichen Krankenversicherung Selbstbehalte einzuführen. Dabei zahlen Patienten die Behandlungskosten bis zu einer festgelegten Höhe selbst. Dafür erhalten sie einen niedrigeren Beitrag. "Das passt nicht in eine solidarische Krankenversicherung", sagte Ahrens. Selbstbehalte kämen vor allem für junge, gesunde und gut verdienende Versicherte in Frage, die dafür niedrigere Beiträge bekämen. Ältere, Kranke und finanzschwache Mitglieder müssten dagegen dann die vollen Beiträge zahlen. Dagegen lobte Ahrens die Absicht der Union, das Vertragsrecht im Gesundheitswesen zu lockern.

Ahrens forderte außerdem, Teile der Tabak- und Alkoholsteuer für Gesundheitsvorsorge abzuzweigen. Zugleich plädierte er dafür, nach dem Vorbild anderer Länder nationale Präventionskampagnen auf breiter Basis aufzulegen. Angesichts einer wachsenden Zahl älterer Menschen müsse es das Ziel sein, dass die Menschen länger gesund blieben. "Wir ernähren uns falsch, wir bewegen uns zu wenig", sagte Ahrens.

Auch der Kampf gegen das Rauchen und den Alkoholmissbrauch müsse verstärkt werden. Bisher liefen viele Präventionsangebote jedoch unkoordiniert nebeneinander her. Ahrens begrüßte, dass sowohl SPD als auch Union planen, die Prävention auszubauen und besser abzustimmen.

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