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AOK und Sozialverband sprechen sich gegen Streichung des Krankengeldes aus

Nach dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) lehnten auch der AOK-Bundesverband und der Sozialverband Deutschland (SoVD) die Streichung des Krankengeldes strikt ab.

dpa BERLIN. Die Forderung des Ärzteverbandes Hartmannbund nach Streichung des gesetzlichen Krankengeldes ist auf scharfe Kritik gestoßen. Nach dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) lehnten auch der AOK-Bundesverband und der Sozialverband Deutschland (SoVD) dies strikt ab.

"Dieser Vorschlag ist ein ziemlicher Unsinn", sagte AOK-Sprecher Udo Barske am Dienstag im Saarländischen Rundfunk. Auch der SoVD nannte die Forderung "völlig unausgegoren und an sozialer Ungerechtigkeit kaum zu überbieten". Unterdessen warnte der SPD - Gesundheitspolitiker Klaus Kirschner die Regierungskoalition und Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" generell davor, den Leistungenkatalog der Krankenkassen zu kürzen.

Bisher zahlen die Krankenkassen nach der meist sechswöchigen Lohnfortzahlung ein Krankengeld. Der Hartmannbund fordert, das Krankengeld zu streichen und die Kassen so um 14 Mrd. DM zu entlasten. Stattdessen sollen die Versicherten das Krankengeld bei einer privaten Versicherung absichern. Die Höhe der Prämie bezifferte der Ärzteverband auf 40 bis 66 DM im Monat. Auch Sterbe- und Mutterschaftsgeld sowie andere Leistungen sollen nach Ansicht des Ärzteverbandes wegfallen.

Barske kritisierte, zwar würden die Kassenbeiträge bei Wegfall des Krankengeldes etwas sinken, "aber die Beitragszahler würden im Endeffekt nichts einsparen, für sie würde diese Leistung mehr kosten". So würden Privatversichererer höhere Beiträge verlangen. Auch der SoVD erklärte: "Wir warnen mit allem Nachdruck vor Bestrebungen, soziale Risiken wie Krankheit, Alter oder Armut wieder zu einer Privatangelegenheit jedes Einzelnen zu machen."

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