AOL setze auf seine globalen Vermarktungsmöglichkeiten, während T-Online sich auf regionale Märkte konzentriere
T-Online sieht keine Bedrohung durch AOL/Time Warner

Reuters FRANKFURT. Europas größter Internet-Anbieter T-Online muss sich nach dem geplanten Zusammenschluss von AOL und Time Warner nach Angaben aus Branchenkreisen nicht um seine Marktführerschaft in Europa sorgen. Der bereits durch die Wettbewerbsbehörde in Europa genehmigte Medien-Zusammenschluss der beiden US-Konzerne beeinträchtige die Kundenstrategie von T-Online nicht, hieß es am Mittwoch in den Kreisen in Frankfurt. Der Internet-Anbieter AOL setze auf seine globalen Vermarktungsmöglichkeiten, während T-Online sich auf regionale Märkte konzentriere.

In den Branchenkreisen hieß es, "AOL und Time Warner werden mit der Fusion ihre Kräfte zwar stark bündeln". Es gebe aber Unterschiede in der Geschäftsstrategie zwischen dem europäischen Branchenführer T-Online und AOL als zweitgrößtem Internet-Anbieter. Während AOL Anbieter von Internet-Inhalten durch Exklusiv-Vereinbarungen an sich binde, setze T-Online auf nicht-exklusive Partnerschaften. Auch wolle T-Online als europäischer Anbieter die Märkte einzeln und mit regional zugeschnittenen Inhalten erobern. Daher suche T-Online jeweils vor Ort nach Inhalte-Anbietern.

AOL ist Marktführer in den USA und weltweit größter Internet-Zugangsanbieter mit zuletzt 24 Mill. Kunden. T-Online ist Marktführer in Europa und berichtete zuletzt über 6,4 Mill. Kunden in Europa. In den Kreisen hieß es, T-Online habe es bislang geschafft, seine europäische Spitzenposition zu behaupten. AOL sei in keinem europäischen Land Marktführer.

Mit der Fusion der Unterhaltungskonzerne Time Warner und AOL entstünde das größte Medienunternehmen der Welt. Die EU-Kommission genehmigte den Zusammenschluss am Mittwoch unter Auflagen. Unter anderem muss AOL alle strukturellen Verbindungen zu Bertelsmann kappen, weshalb Bertelsmann nach EU-Angaben das Internet-Gemeinschaftsunternehmen AOL Compuserve verlassen wird. Die AOL-Time-Warner-Fusion benötigt nun noch die Genehmigung durch die US-Behörden.

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