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AOL Time Warner-Chef wirbt für Internet-Pauschalgebühr

Der Chef des weltweit größten Medienkonzerns AOL Time Warner, Steve Case, hat eine stärkere Verbreitung von Pauschalgebühren (Flat Rates) für Internet-Nutzer gefordert.

Reuters BERLIN. Nur über solche Pauschalen lasse könne man Menschen aller sozialer Schichten attraktiv den Zugang zum Internet eröffnen, sagte Case am Freitag in Berlin.

"Wir brauchen Flat Rates bei Breitband wie bei Schmalband", also den derzeit gebräuchlichen Telefonleitung, sagte Case auf dem Forum "21st Century Literacy Summit" der Bertelsmann Stiftung und der AOL Time Warner Foundation. Der Internet-Zugang für den Endnutzer mit Pauschalgebühren dürfe nicht allein auf die breitbandige DSL-Technik beschränkt bleiben, "weil diese einfach nicht für den normalen Haushalt erschwinglich ist", sagte Case.

Je schneller die europäischen Regierungen zudem auch auf der Großhandelsebene in Richtung eines entfernungsunabhängigen, kostenorientierten Zugangs für alle Wettbewerber vorankämen, umso schneller könnten die digitalen Möglichkeiten umfassend genutzt werden, sagte Case. Flat Rates seien ein entscheidender Faktor, um die Nutzung des Internet in der Gesellschaft voranzubringen. Auch zur Vermeidung einer "digitalen Kluft" aus sozialen Gründen zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern des Internets sei die Frage einer Pauschalgebühr wichtig.

Case vertrat die Auffassung, der Niedergang vieler Internet-Firmen in der jüngsten Vergangenheit habe nichts mit einer Verlangsamung der Internet-Verbreitung und-nutzung zu tun. Die Menschen seien mehr denn je mit dem Internet, die Bedeutung des Internets nehme immer mehr zu. 2001 hätten AOL-Kunden allein in den USA Geschäfte für rund 33 Milliarden Dollar über digitale Marktplätze abgewickelt. Der Firmenchef Regierungen und Bürger, insbesondere aber die Wirtschaft, dazu auf, ihre Anstrengungen zur Erschließung aller Möglichkeiten der neuen Informationstechnologien zu verstärken.

Der frühere Wirtschaftsstaatssekretär Siegmar Mosdorf (SPD) sagte auf dem Forum, in Deutschland sei die Zahl der Internet-Nutzer seit 1998 von 14 auf 31 Millionen gestiegen. Alle allgemein bildenden Schulen in Deutschland verfügten über einen Internet-Anschluss. Deutschland liege damit innerhalb Europas inzwischen in der Spitzengruppe.

Mit der zweitägigen Konferenz wollen die beiden Stiftungen dafür werben, die Internet-Nutzung weiter voranzutreiben und dessen Potenziale besser auszuschöpfen. Sie betrachten, ebenso wie Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), der das Forum am Vortag zur Eröffnung besucht hatte, die Nutzung der neuen Informationstechnologien als eine Schlüsselfähigkeit des 21. Jahrhunderts.

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